Die Bücher des Jahres 2020 bei Sounds & Books

Die Bücher des Jahres 2020 bei Sounds & Books

Die Liste der Bücher des Jahres 2020 bei Sounds & Books

Nachdem sich Sounds & Books mit den Alben sowie den Songs des Jahres beschäftigt hat, widmet sich diese Liste den Büchern des Jahres 2020. Sämtliche bei uns veröffentlichten Rezensionen sind außerdem in der Rubrik „Literatur“ zu finden. Von 50 gelesenen Büchern fanden wie im Vorjahr 20 Einlass in diese Endjahresliste. Und nun viel Vergnügen mit der Liste der

Bücher des Jahres 2020

1. Rolf Lappert: Leben ist ein unregelmäßiges Verb (Hanser)

Mit knapp 1000 Seiten der epischste in diesem Jahr von mir gelesene Roman. Und keine Seite zu viel. Im Gegenteil hätte man noch gerne doppelt so lange die faszinierenden Lebensläufe der vier ehemaligen „Kommunen“-Kinder Frida, Leander, Linus und Ringo gelesen. Ein perfekter Roman.

2. Lutz Seiler: Stern 111 (Suhrkamp)

Weshalb ich Lutz Seilers 2014 veröffentlichten und mit dem Deutschen Buchpreis versehenen Debütroman „Kruso“ nicht gelesen habe, bleibt mir ein Rätsel. Sein grandioser, unmittelbar nach dem Mauerfall einsetzender Wenderoman „Stern 111“, in dem Kruso eine kleine Nebenrolle zuteil wird und für den Seiler den Preis der Leipziger Buchmesse gewann, hat mich voll und ganz begeistert.

3. Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt (Klett-Cotta)

Stand auf der Longlist für den Deutschen und war nominiert für den Bayerischen Buchpreis. Und erhält hier einen Platz auf dem Treppchen. Gefühl und Verstand, Sinn und Sinnlichkeit gehen in Wolffs viertem Roman Hand in Hand. Einfach zauberhaft.

4. Anna Burns: Milchmann (Tropen)

2018 mit dem Man Booker Prize geadelt, gehört der im gespaltenen Nordirland der 70er-Jahre spielender Roman zu den faszinierendsten des Jahres, inhaltlich und sprachlich komplex und herausfordernd.

5. Willi Achten: Die wir liebten (Piper)

Willi Achtens neues Werk „Die wir liebten“ hätte mindestens auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis auftauchen müssen. Als Trostpflaster gibt es für seine bewegende und erschütternde Geschichte aus dem Deutschland der 70er-Jahren Platz 5 in der Liste der Bücher des Jahres 2020.

6. Thorsten Nagelschmidt: Arbeit (S. Fischer)

Die zwölf Stunden (Nacht-)Arbeit in Berlin geraten für die Protagonisten von Nagelschmidts Roman zu einem intensiven Erlebnis und für die Leser zu einem schillernden und virtuosen literarischen Vergnügen.

7. Tarjei Vesaas: Die Vögel + Das Eis-Schloss (Guggolz)

Im Guggolz-Verlag gibt es stets literarische Ausgrabungen zu entdecken. der norwegische Autor Tarjei Vesaas ist eine ihnen. Obwohl ich mich zur epischen Satz-Sprachgestaltung eher hingezogen fühle, hat mich Vesaas‘ filigrane, meist von sehr kurzen Sätzen geprägte Sprache schlicht voll erwischt. „Das Eis-Schloss“ erschien bereits 2019, wurde aber erst 2020 von mir gelesen und weil beide Romane spitze sind, erhält Vesaas einen doppelten siebten Platz.

8. Bov Bjerg: Serpentinen (Claassen bei Ullstein)

War für mich bereits in meiner Besprechung ein Kandidat für die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Meine Vorahnung sollte eintreffen. Den Preis gab es zwar nicht, aber hier eine souveräne Top-Ten-Platzierung die schnörkellose „Auerhaus“-Fortsetzung.

9. Szczepan Twardoch: Das schwarze Königreich (Rowohlt Berlin)

Vor Twardochs Romanen ist meine Endjahresliste irgendwie nicht sicher. Wieso auch? Noch aufregender als der Vorgänger „Der Boxer“.

10. Kai Wieland: Zeit der Wildschweine (Klett-Cotta)

Schon das Debüt „Amerika“ war vorzüglich, mit dem Zweitwerk beweist der Stuttgarter Autor erneut seine Klasse. und mit dem dritten Roman steht er dann hoffentlich endlich auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis (mindestens).

11. Graham Swift: Da sind wir (dtv)

Ein magischer Roman über die Liebe und die Zauberei.

12. Jürgen Bauer: Portrait (Septime)

Jürgen Bauers Portrait einer Person aus drei unterschiedlichen Perspektiven ist sein bisher bester Roman.

13. Sasha Filipenko: Rote Kreuze (Diogenes)

Intensiver und schonungsloser Roman über die russische Vergangenheit. 2021 erscheint ein weiterer Roman Filipenkos in deutscher Übersetzung.

14. Ray Bradbury: Fahrenheit 451 (Diogenes)

Neu-Übersetzug bei Diogenes und (leider) immer noch hochaktuell.

15. John Steinbeck: Der Winter unseres Missvergnügens (Manesse)

Dank der neu gestalteten Manesse-Bibliothek der Weltliteratur kam ich nach vielen Jahren wieder in den Genuß, einen John-Steinbeck-Roman zu lesen. Auch zum Ende seiner Karriere immer noch ein großer Meister.

16. Brit Bennett: Die verschwindende Hälfte (Rowohlt)

Auch mit ihrem zweiten Roman etabliert sich die Amerikanerin als Bereicherung für die Weltliteratur.

17. Zora del Buono: Die Marschallin (C.H. Beck)

Mitreißendes Portrait Zora del Buonos Großmutter, ihrer Familie sowie der italienischen Geschichte des 20 Jahrhunderts.

18. James Baldwin: Giovannis Zimmer (dtv)

Auch an den Neu-Übersetzungen der Baldwin-Romane ist kein Vorbeikommen in dieser Liste.

19. Marc-Uwe Kling: QualityLand 2.0 (Ullstein)

Ein würdiger Nachfolger von „QualityLand“. Mögen es die Leser auch als die Warnung vor der Zukunft lesen, wie es der Roman evoziert.

20. Jasmin Schreiber: Marianengraben (Eichborn)

in ihrem Debütroman punktet Schreiber mit Sätzen, die einem das Herz zu zerreißen drohen und Sätzen, die die Seele streicheln.

Erhältlich sind die Bücher bei unseren Partnern:

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