Graham Swift: Da sind wir – Roman

Graham Swift: Da sind wir – Roman

Der britische Schriftsteller Graham Swift hat einen magischen Roman über die Liebe und die Zauberei verfasst

Mit „Da sind wir“ beschert uns Graham Swift einen erneuten literarischen Festtag. Auf ähnlich wenig Seiten wie bei seinem 2017 in deutscher Übersetzung  erschienenen und mit dem renommierten britischen Hawthornden- Literaturpreis ausgezeichneten Bestseller „Ein Festtag“ verdichtet der in London lebende Schriftsteller das Leben seiner drei Protagonisten und entführt seine Leser in die Seebadstadt Brighton der Endfünfziger-Jahre. In einem Varieté-Theater steht die Show von Jack Robbins als Conférencier, Sänger und Komiker, sowie die des Zauberers Ronnie Deane und seiner aparten Assistentin Evie White im Fokus des Interesses der die Zerstreuung liebenden Besucher.

Graham Swift arbeitet mit Rückblenden und Zeitsprüngen

Graham Swift Da sind wir Cover dtv

Obwohl Ronnie und Evie auch privat ein Paar sind, verliebt sich der Frauenheld Jack in die Verlobte seines Kumpels. Während Ronnie aufgrund des Todes seiner Mutter für einige Tage Brighton verlässt, beginnen Jack und Evie ein Verhältnis, aus dem eine langjährige Ehe hervorgehen wird. Ronnie indes, der von bekannten Zaubertricks genug hatte und sich der Kunst der Magie und Illusion verschrieb, verschwindet nach einem Auftritt spurlos für immer. Bereits auf den ersten Seiten setzt Graham Swift seine Leserschaft mit den wichtigsten Informationen des Plots ins rechte Bild. In Rückblenden und Zeitsprüngen, die Evie White auch als 75-Jährige im Jahr 2009 präsentieren, erzählt der 1949 geborene Autor die Details der Lebensläufe seiner Figuren.

Ein schwereloser, filigran-feinsinniger Schreibstil

Zum Großteil widmet er sich dabei Ronnie, der als Kind zu Beginn des 2.Weltkrieges von seiner Mutter von London aufs Land geschickt wurde, wo er in den nächsten Jahren in der Nähe von Oxford vom Ehepaar Lawrence behütet und liebevoll umsorgt wird. Mr Lawrence bringt ihm denn auch die Zauberei bei, später lernt Ronnie Jack beim Militär kennen, der Grundstein ihrer gemeinsamen Karriere wird gelegt. Graham Swift verzaubert mit seinem schwerelosen, filigran-feinsinnigen Schreibstil und einem Inhalt, der nicht zu viel verrät und Raum für das Ungesagte, die Zwischentöne lässt, genauso wie Ronnie mit seiner Zauberkunst. Dieser Roman aber ist keine Illusion. Verströmt jedoch spürbare Magie auf 160 Seiten.

Graham Swift: „Da sind wir“, dtv, aus dem Englischen von Susanne Höbel, Hardcover, 160, Seiten, 978-3-423-28220-8-8, 20 Euro (Beitragsbild von Janus van den Eijnden Photography)              

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