The Strypes: Snapshot – Album Review

The Strypes: Snapshot – Album Review

Famoser, atemloser Rock’n’Roll und Rhythm & Blues der jungen britischen Band The Strypes

von Gérard Otremba

Das ist doch mal ein Album-Beginn. Mit einem fiesen Gitarren-Feedback beginnen The Strypes ihr Debütalbum Snapshot und was folgt ist eine atemberaubende Tour der Force durch den britischen Rock’n’Roll und Rhythm & Blues der 60er Jahre. Sänger Ross Farrelly, Gitarrist und Sänger Josh McClorey, Bassist Pete O’Hanlon und Schlagzeuger Evan Walsh spielen auf Snapshot einen wieselflinken, bluesorientierten Rock’n’Roll, wie ihn die Rolling Stones am Anfang ihrer Karriere auf die Bühne zauberten. Als gäbe es kein Halten und kein Morgen mehr, entwickeln die vier sehr jungen  Herren (alle noch im Teenageralter zwischen 16-18 Jahren) bereits beim Eröffnungssong „Mystery Man“ einen aufgekratzten, schnellen, wilden und schlicht geilen Rock’n’Roll-Sound. Schmutzige Gitarrenriffs, wüstes Schlagzeuggeprügel, ein treibender Bass sowie eine atemlose Bluesharp prägen den Strypes-Rock’n’Roll, es ist, als ob die Rolling Stones eine heilige musikalische Allianz mit The Strokes und den Arctic Monkeys eingegangen wären.

Und wenn man sich dann noch Bands wie Dr. Feelgood und Eric Burdon and The Animals hinzudenkt, kann man ermessen, welchen Wirbel Songs wie „She’s So Fine“, „What The People Don’t See“ (wo man meint, Keith Richards die Gitarre persönlich bedienen zu hören) oder „I Can Tell“ entfachen. Snapshot ist eine phantastische Reise in den Beatclub anno 1965, die Prise Pop und Beat, dem Sound von The Kinks nachempfunden, ist in Stücken wie „Blue Collar Jane“, „Perfect Storm“ oder „You Can’t Judge A Book By The Cover“ (wie wahr) enthalten. Roh, wild und galoppierend hingegen wieder „Hometown Girls“ und „Heart Of The City“, das lustige Ramones- und Sex Pistols-Punk-Züge nicht verhehlen kann. Wundert einen nicht, schließlich saß Produzent Chris Thomas bereits schon bei Never Mind The Bollocks hinter den Reglern. In „What A Shame“ sind dann noch Franz Ferdinand und The Jam erkennbar und lediglich für „Angel Eyes“ fahren The Strypes das Tempo runter, eine typische Bluesballade mit Gitarrensolo. Snapshot ist schon mehr als ein Hoffnungsträger, es ist ein Versprechen, das The Strypes in den kommenden Jahren hoffentlich weiter einlösen werden.

„Snapshot“ von The Strypes ist am 06. Dezember 2013 bei Universal erschienen.

      

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