Kettcar: „…und das geht so“

Kettcar: „…und das geht so“

Ein neues Live-Album der Hamburger Indie-Rock-Pop-Band Kettcar

Nach fünf Jahren Pause kehrten Kettcar 2017 mit dem hervorragenden, auch bei Sounds & Books rezensierten Album „Ich vs. Wir“ zurück, das bis auf Platz 4 der deutschen Albumcharts stieg. Knapp über einhundert Auftritte standen auf der anschließenden, über zwei Jahre dauernden Tour der Hamburger Indie-Rock-Pop-Band, mit zahlreichen ausverkauften Konzerte, darunter drei aufeinanderfolgenden in der Großen Freiheit 36 auf St. Pauli in Hamburg (Sounds & Books berichtete). Die Tour wird übrigens ab dem 25.01.2020 für acht weitere Konzerte fortgesetzt. Ein Triumphzug für Sänger und Gitarrist Marcus Wiebusch, der 2014 mit dem Soloalbum „Konfetti“ glänzte, Keyboarder Lars Wiebusch, Bassist Reimer Bustorff, Gitarrist Erik Langer und Schlagzeuger Christian Hake nicht nur während der Hamburger Heimspiele.

Kettcar mit Bläser-Unterstützung

Kettcar und das geht so Albumcover Grand Hotel van Cleef

Zwischenzeitlich wurde das Quintett von den Bläsern Philip Sindy an Trompete und Flügelhorn, Sebastian Borkowski an Tenor-Saxophon und Altflöte sowie Jason Liebert an der Posaune begleitet. Und weil alles so schön im Flow war, veröffentlichten Kettcar dieses Jahres noch die EP „Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)“. Mit „…und das geht so“, dem ersten Live-Album seit neun Jahren der Hamburger, lassen Kettcar die letzten beiden Jahre Revue passieren. Insgesamt 21 Songs befinden sich auf dem im 3LP- und 2CD-Format (sowie digital) erscheinenden Album, das alle fünf Platten der 2001 gegründeten Band berücksichtigt. Diverse Songs also auch mit Bläser-Unterstützung, wie bei den am Beginn des Live-Albums stehenden „Rettung“ und „Money Left To Burn“.

„Balkon gegenüber“ mit zweiter Strophe

Später auch während „Balkon gegenüber“ (und weiteren Songs), das nach achtzehn Jahren zum ersten Mal mit einer zweiten Strophe gespielt worden ist. Mit diesem Song bewarben sich Kettcar am Anfang ihrer Karriere bei diversen Major-Labels, die den Song zwar gut fanden, aber eine zweite Strophe sowie einen Refrain verlangten. Wiebusch und Co. blieben eisern und weigerten sich, auf die Forderungen einzugehen, gründeten Grand Hotel van Cleef, der Rest gehört zur deutschen Musikgeschichte. Und den Refrain liefern sie vielleicht in achtzehn Jahren ab, so Marcus Wiebusch während der Vorstellung des Songs. So entstehen Indie-Helden.

Kettcar-Abschied auf unbestimmte Zeit

„…und das geht so“ entwickelt sich zu einem Art Best-Of-Album im Live-Format, auf dem aktuelle Songs („Palo Alto“, „Ankunftshalle“, „Trostbrücke Süd“) den Klassikern gegenüberstehen („Landungsbrücke raus“, „Balu“, „Deiche“). Diverse Song-Ansagen sind ebenfalls mitgeschnitten worden, darunter die wohl wichtigste der Tour vor „Sommer `89 (Er schnitt Löcher in den Zaun“) mit dem Wiebusch-Satz „Humanismus ist nicht verhandelbar“. Mit diesem wunderbaren Live-Album verabschieden sich Kettcar auf unbestimmte Zeit, aber fünf Jahre bis zur nächsten Platte muss es auch wieder nicht dauern. Wir warten.

„…und das geht so“ von Kettcar erscheint am 29.11.2019 bei Grand Hotel van Cleef / Indigo (Beitragsbild: Gérard Otremba).

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