Israel Nash: Topaz – Americana mit Soul

Israel Nash: Topaz – Americana mit Soul

Auf „Topaz“ reichert Israel Nash seinen Americana-Folk-Rock mit reichlich Soul an

Sein 2013 veröffentlichtes, und an dieser Stelle besprochenes Album „Rain Plans“ gehört zu den ultimativen, zeitgenössischen Americana-Cosmic-Folk-Rock-Werken. Näher ist Israel Nash Gram Parsons, Neil Young du Crosby, Stills & Nash nicht mehr gekommen, obwohl die nachfolgenden Platten „Silver Season“ (etwas weniger) und „Lifted“ (wieder etwas mehr) diesen Geist atmeten. Für sein neues Album „Topaz“ zog sich Nash zurück in sein Haus im Texas Hill Country, respektive in sein nahgelegenes, eigens erbautes Studio. „Topaz“ ist das erste Album, das Nash größtenteils allein aufgenommen hat und sich für die Sessions befreundete Musiker aus dem nahegelegenen Austin einlud. Das Album entstand über den Zeitraum eines Jahres und glänzt durch seine teils üppigen Arrangements.

Schwärmerisch-jubilierende Songs

Israel Nash Topaz Cover Loose Music

Seinen psychedelisch infizierten Americana-Country-Folk-Rock stattet Nash nun mit Bläsern und weiblichen Gospel-Backing-Vocals aus und evoziert somit den guten alten Memphis-Soul-Sound. Neben schönster Nostalgie schwingt aber auch wieder Nashs bereits aus Vorgängeralben bekannte Sehnsucht durch die zehn neuen Songs auf „Topaz“. Der Opener „Dividing Lines“ gehört zu den schwärmerisch-jubilierenden Songs des Albums, zunächst von lieblicher Anmut getragen, später im feierlichen Pathos aufgehend. Und trotz der opulenten Bläser-Sounds und wilden Backing Vocals weht schon im Auftakt eine elegante Melancholie mit. Die sich im von Mundharmonika und Pedal Steel geprägten, zum Heulen schönen „Closer“ noch mehr Bahn bricht. Es sind nicht nur immer üppige, sondern eben auch edle Arrangements, mit den uns der 1981 in Missouri geborene Songwriter verführt.

Israel Nash perfektioniert seinen Americana-Soul-Sound

Den Americana-Soul-Sound perfektioniert Israel Nash im von uns als Song des Tages vorgestellten „Down In The Country“, wo Rock’n’Roll und Soul im formvollendeten Groove und einer geschmeidigen Melodie zusammenfinden. Das hinreißende und inbrünstige „Stay“ wäre in den 70er-verdammt populär geworden, aber für zeitlos gute Musik ist es bekanntlich nie spät. Das anschließende „Canyonheart“ erinnert mit verschleppten Takt und seiner grenzenlosen Wehmut natürlich an den Neil Young der „Harvest“-Zeit. Der perkussiv-groovende „Pressure“ beendet den Reigen und entpuppt sich als ein weiteres Highlight des Albums. Noch einmal führt Nash kongenial Country-Rock und Soul zusammen und zieht über den fiesen Banker her. Liebe, Landschaft und ein wenig Politik sind die textlichen Insignien von Nashs Songs, die seine alten Fans zufriedenstellen und hoffentlich zahlreiche neue finden werden. Immer wieder schön, so ein neues Israel-Nash-Album.

„Topaz“ von Israel Nash erscheint am 12.03.2021 Loose Music / Rough Trade. (Beitragsbild von Chad Wadsworth)    

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