Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: Alle Ampeln auf Gelb! – Album Review

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: Alle Ampeln auf Gelb! – Album Review

DLDGG, das Beste nach Superpunk

von Gérard Otremba

Früher, zu Superpunk-Zeiten, gab es die „Partys in München“, heute geht Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen „Alleine auf Partys“. Aber ob in München, oder allein, ein bisschen Superpunk geht immer, auch auf Alle Ampeln auf Gelb!, dem zweiten Longplayer der Hamburger Formation Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen. Nach der Auflösung der mindestens in Hamburg zu Kultstatus gekommenen Band Superpunk war die Trauer zunächst sehr groß. Die Ankündigung von Sänger und Gitarrist Carsten Friedrich und Bassist Tim Jürgens mit der Liga im ähnlichen Fahrwasser weitermachen zu wollen, ließ aufatmen. Zusammen mit Philip Morton Andernach, Gunther Buskies und Zwanie Jonson veröffentlichten sie 2012 mit Jeder auf Erden ist wunderschön das Liga-Debüt, das trotz der vorhandenen Superpunk-Spurenelemente zu einer eher mediokren Angelegenheit geriet. Die Platte war okay, überzeugte aber nicht vollends, letztendlich fehlten die magischen Hymnen.

DLDGG zurück mit Superpunk-Hymnen

Doch auf Alle Ampeln auf Gelb! Ist der Superpunk-Groove wieder zurück und wesentlich präsenter als auf dem Erstlingswerk. Das geht dann schon beim Eröffnungsstück „Kennst du Werner Enke?“ los, ein Tanz-Spaß-Mitsinglied in allerbester Superpunk-Tradition, da sind Klassiker wie „Man kann einen ehrlichen Man nicht auf seine Knie zwingen“ oder „Ich weigere mich, aufzugeben“ wahrlich nicht weit entfernt. Der Punk’n’Roll und der Witz von „Das Unglück bin ich“ hätte es auf jede Superpunk-Best-Of-Compilation geschafft und der Drive und die Euphorie beim Titelsong „Alle Ampeln auf Gelb!“, samt „Uh-Uh-Uh“- und „Lalala“-Chören und Bläsern macht so unendlich viel Laune wie „Neue Zähne für meinen Bruder und für mich“. Vom Disco-Soul-Beat in „Rock-Pop National“, Carsten Friedrichs‘ Manifest für gute Musik, ganz zu schweigen. Wenn das keine Tanz-Hymne der Marke Superpunk ist, was dann? Der schönste Song von Alle Ampeln auf Gelb! heißt jedoch „Begrabt mich bei Planten und Blomen“, eine berührende, balladeske Hommage an Hamburgs Park zwischen Dammtor und St. Pauli. Alle Hamburger müssen dieses Lied einfach lieben und alle anderen werden Hamburg besuchen und sich in Park und Song verlieben. Mit der Madness-Reminiszenz „The Out-Crowd“ endet die zweite Platte von DLDGG, ein Album mit viel Northern Soul, Rock’n’Roll, Saxophon, Trompete, Orgel und ganz viel Superpunk.

 „Alle Ampeln auf Gelb!“ von Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen ist am 09.05.2014 bei Tapete Records erschienen.

 

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