The Wave Pictures live in Hamburg – Konzertreview

The Wave Pictures live in Hamburg – Konzertreview

Glücklich machende Musik von The Wave Pictures

Text und Fotos von Gérard Otremba

Die Hamburger Band Marfa bestreitet das Vorprogramm von The Wave Pictures. Das Quartett um den selbstironischen Sänger und Gitarristen Fabian Möller existiert bereits seit den frühen Nuller-Jahren, jedenfalls datiert die erste EP-Veröffentlichung aus dem Jahre 2004. Marfa präsentieren dem Hamburger Publikum am 04.12.2016 im vollbesetzten Kellerclub  Kleiner Donner in der Schanze diverse neue Songs während ihres gut 40-minütigen Supportgigs. Der Rock-Pop von Marfa hat Hand und Fuß und deckt von lieblich-romantischen Arrangements bis zum Schrammelrock die ganze Breitbande des an die 80er- und 90er Jahre erinnernden Indie-Gitarren-Pop. Ein gelungener Aufgalopp für The Wave Pictures.

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Das englische Trio The Wave Pictures, live durch einen Gastpercussionisten zum Quartett erweitert, betritt bereits nur fünfzehn Minuten später völlig unscheinbar und unaufgeregt die Bühne im Club Kleiner Donner und bietet in den anschließenden gut achtzig Minuten einen lustvollen Querschnitt ihres auch schon gut achtzehn Jahre alten Oeuvres. Sänger und Gitarrist David Tattersall, Bassist Franic Rozycki und Schlagzeuger Jonny Helm stellen nicht einfach die Songs des aktuellen Albums Bamboo Diner In The Rain in den Vordergrund. Der verträumt-romantische Titelsong „Bamboo Diner In The Rain“, das bluesige „H.D. Rider“ und das rumpelnde „Newcastle Rain“ kommen schon früh im Verlauf des Konzertes zu Ehren und werden von „Great Big Flamingo Burning Moon“, „The Ropes“ und „Stay Here And Take Care Of The Chickens“ flankiert, respektive unterbrochen. Zum großen Höhepunkt schwingt sich jedoch „Hot Little Hand“ auf, der wie kein anderer Song an diesem Abend in der Neil Young-Jam-Tradition steht und von David Tattersalls prägnantem Gitarrenspiel dominiert wird.

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Von dessen grandiosen, aber nie zu Selbstdarstellung genutzten Gitarrensoli konnten sich die Wave Pictures-Fans schon vorher bei „Chestnut“, „Fake Fox Fur Pillowcase“ und „I Could Hear The Telephone (3 Floors Above Me)“ überzeugen. Highlights gibt es beim Konzert von The Wave Pictures en masse. Dazu gehören der herrlich verträumte Gitarren-Indie-Pop von „Just Like A Drummer“, das fiese, dramatische und dunkle „Puncture My Pride“ sowie das unfassbar an die The Kinks erinnernde „Friday Night In Loughborough“. Unweigerlich muss man da die Frage in den Raum werfen, wieso The Wave Pictures nach all den Jahren nicht längst wesentlich mehr musikbegeisterten Menschen aufgefallen sind. Einen größeren Bekanntheitsgrad hätte ihr Garagen-Indie-Blues-Rock-Pop allemal verdient. Mit viel Drive in „Pool Hall“ und einem aufgekratzten und flinken „Pea Green Coat“ verabschieden sich The Wave Pictures aus Hamburg und machen den Abend zu einem glücklichen.

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