Tina Turner: Love Songs – Album Review

Tina Turner: Love Songs – Album Review

Pünktlich zum Valentinstag: Eine Compilation mit Love Songs von Tina Turner

von Gérard Otremba

Tina Turners Karriere war schon fast vorbei. Ende der 70er Jahre, nach der für sie existentiell wichtigen Scheidung von Ehemann Ike Turner, schien die 1939 in Brownsville, Tennessee,  als Anna Mea Bullock geborene Sängerin in Vergessenheit zu geraten. Mit Ike war sie seit 1962 verheiratet, doch dem Erfolg der Ike & Tina Turner Revue stand das private Unglück gegenüber, entpuppte sich Ike Turner als jähzorniger Mann, der zu Gewaltausbrüchen gegenüber seiner Frau neigte. Erst 1983 gelang Tina Turner mit dem Al Green-Cover „Let’s Stay Together“ ein erfolgreiches Comeback, das dazugehörige, ein Jahr später veröffentlichte Album, Private Dancer, katapultierte sie in die 80er-Superstar-Liga der Jacksons, Madonnas und Springsteens.

Allein in Deutschland hielt sich das Album 96 Wochen lang in den Top-100 und mit „What’s Love Got To Do With It“ schaffte Tina Turner ihre erste Number-One-Single als Solokünstlerin überhaupt. Selbstverständlich enthält die pünktlich zum Valentinstag erscheinende Compilation Love Songs auch diesen Mega-Hit, genauso wie „Let’s Stay Together“. Der wohl schönste Love-Song auf diesem Album ist der von Mark Knopfler ursprünglich für die Dire Straits komponierte, der damaligen Platte titelgebende Hit „Private Dancer“, der sich nach 30 Jahren am stärksten ins Bewusstsein gegraben hat. Das war schon ganz edler Mainstream, damals in den 80ern. Die Compilation Love Songs beginnt mit der 1989 auf Foreign Affair veröffentlichten Stadion-Pop-Hymne „The Best“, ein Song, der sich nicht nur auf jeder Sportveranstaltung prächtig ins Szene zu setzen weiß, sondern den man auch ins Ohr der Liebsten hauchen kann.

Aus dem 1986 auf Private Dancer folgenden, und kaum minder erfolgreichen, Album Break Everey Rule ist das entzückende „Two People“ vertreten, mit dem typischen 80er-Glöckchen-Synthesizer und den Percussion-Drums. Darüber hinaus komplettieren R&B-Stücke aus den 90ern, wie die von Streichern dominierte Ballade „Don’t Leave Me This Way“, oder das fluffige „Way Of The World“ die Compilation. Auch der hymnisch-pathetische Schmachtfetzen „Be Tender With Me Baby“ und das von Streichern dominierte „Don’t Leave Me This Way“ finden einen Platz auf Love Songs. Ganz zum Schluss geht es doch noch in die musikalische Frühphase, der 1966er-Hit  mit Ike Turner, „River Deep Mountain High“ beendet das Album. Love Songs, not only for lovers. In der Zwischenzeit hat Tina Turner auch ihr privates Glück gefunden. Mit ihrem deutschen Ehemann wohnt sie seit geraumer Zeit in der Schweiz und hat sogar ihre amerikanische Staatsbürgerschaft aufgegeben. Bemerkenswert.

„Love Songs“ von Tina Turner erscheint am 14. Februar bei Parlophone Records / Warner Music. 

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