Jo Stöckholzer: Zum Lästern – Albumreview

Jo Stöckholzer: Zum Lästern – Albumreview

Herzerfrischender Indie-Songwriter-Pop von Jo Stöckholzer

Für sein neues Album hat sich Jo Stöckholzer das Themengebiet der Liebe zwischen Herzschmerz, Einsamkeit und sich einer anbahnenden neuen Beziehung  vorgeknöpft. „Zum Lästern“ ist das dritte Album des Innsbrucker Musikers, der seit 2018 als Gitarrist und Keyboarder zum festen Bestanteil der Berliner Indie-Pop-Band Tipps für Wilhelm gehört. Sämtliche Instrumente hat der 1993 geborene Musiker selbst eingespielt, alles Stimmen selbst eingesungen und mit Unserallereins auch gleich noch ein Label mitbegründet, auf dem das Album erschienen ist. Vom Songwriting, über die Produktion bis hin zum Vertrieb bleibt also alles in der Hand von Jo Stöckholzer.

Lässiger bis euphorischer Indie-Pop

Jo Stöckholzer Zum Lästern Albumcover

Obwohl die Thematik seiner Songs eine ernste und gewichtige ist, hat Stöckholzer seine selbstreflexiven Geschichten in geradezu wonnige Arrangements verpackt. Acht zumeist im Uptempo eingespielte Songs befinden sich auf „Zum Lästern“. Und wenn dann wie in „Wir haben uns belogen“ die Melancholie doch die Überhand gewinnt, so immer noch mit einer geschmeidigen Indie-Pop-Melodie. Die Songs sind trunken vor Melodieseligkeit und sollte es einen Missing Link zwischen Die Sterne und AnnenMayKantereit geben, dann hat ihn Stöckholzer wohl mit dem Opener „Alleine sein ist kein Tragik“ gefunden, der lässigen Indie-Pop genauso bedient wie die nachdenkliche Songwriter-Schule. Der anschließende Track „Schlimmste Nacht des Tages“ strotzt trotz des desolat scheinenden Titels vor Schwung, guter Laune, Unbeschwertheit und Euphorie und evoziert den Tanz-Soundtrack für eine ausgelassene Strandparty.

Jo Stöckholzer und die charmante Sommer-Atmosphäre

Auch „10 vor 3“ steckt einen mit seiner Lebendigkeit und Hymnik samt Synthie-New-Wave-Handclapping-Zwischenspiel an und hat das Potential zum Indie-Hit. Vokale Verfremdungen und vergleichsweise experimentelle Sounds dominieren „Was kannst du?“, während „Lied für mich selbst“ in seiner außergewöhnlichen Rhythmik gar an den Indie-Pop der Hamburger Bands Helgen und OVE erinnert. Andere Stellen des Albums gemahnen wiederum an den Sound des Kollegen Maxim. Das charmante, eine sommerliche Atmosphäre hervorrufende „Geht sich aus“ sowie das die Hoffnung auf ein Wir nährende „Beziehungsstatus“ bilden den Schlussakkord des Albums. Herzerfrischender Indie-Songwriter-Pop, den uns Jo Stöckholzer hier präsentiert.

„Zum Lästern“ von Jo Stöckholzer ist am 19.03.2021 bei Unserallereins / Believe erschienen. Beitragsbild von Bernhard Kapelari)  

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