The Teskey Brothers: Run Home Slow

The Teskey Brothers: Run Home Slow

An den Sixties orientierter Qualitäts-Soul von The Teskey Brothers

Fast zehn Jahre spielten The Teskey Brothers im überschaubaren Rahmen im heimatlichen Melbourne. Waren zufrieden mit ihren Jobs und dem Hobby Musik – die sie als Straßenmusiker auf Wochenmärkten vortrugen – und dachten gar nicht daran, Alben aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dieser Zustand änderte sich tatsächlich erst 2017 mit dem Debütalbum „Half Mile Harvest“. Danach konzentrierten sich die Brüder Josh (Gesang, Gitarre) und Sam Teskey sowie ihre Freunde Brendon Love (Bass) und Liam Gough (Schlagzeug) auf das Musizieren und gaben ihre erlernten Berufe auf. Eine weise Entscheidung, hinterlässt doch das zweite, unter Mithilfe des Produzenten Paul Butler (Michael Kiwanuka, Andrew Bird) entstandene Werk des australischen Quartetts einen ganz famosen Eindruck.

The Teskey Brothers zwischen Sam Cooke und Van Morrison

The Teskey Brothers Run Home Slow Cover Vertigo Universal Music

Die Teskey Brothers spielen einen an den  Sixties orientierten Soul, Blues und R&B, den man zwischen Alabama und Louisiana verorten muss und nicht wirklich mit Down Under in Verbindung bringt. Sie eifern dabei eifrig Sam Cooke und Otis Redding nach, und die Vermutung liegt nahe, dass auch ein Van Morrison Gefallen am Sound des Quartetts finden müsste. Dessen naheliegender Genre-Mix liegt der schleichenden Ballade „Rain“ zugrunde, die von sanften Bläsern und schimmernden Orgelklängen flankiert wird. In „Paint My Heart“ erwecken die Teskey Brothers Joe Cocker und dessen „With A Little Help From My Friends“-Version vom Woodstock Festival. Jederzeit meint man, Cockers Organ losschreien zu hören. Allein, es singt immer noch Josh Teskey mit seiner angerauten Bluesstimme. Und die schallt nicht minder eindrucksvoll.

Elf Highlights

„Run Home Slow“ ist ein 1A-Soul-Blues-Gospel-Album, das im lässig beschwingten Shuffle „Man Of The Universe“ The Band evoziert und im fast a capella vorgetragenen „Hold Me“ mit einer schillernd-kosmischen Bridge aufwartet. Elf Songs enthält das Album, es sind elf Höhepunkte, die einmal mehr zeigen, wie universell und zeitlos der Sixties-Soul-Sound auch in der Gegenwart zu klingen vermag. The Teskey Brothers legen mit „Run Home Slow“ ein beachtliches Zeugnis davon ab.

„Run Home Slow“ von The Teskey Brothers ist am 02.08.2019 bei Vertigo / Universal Music erschienen (Beitragsbild von Nick McKinlay).

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