Zaz: Effet Miroir – Albumreview

Zaz: Effet Miroir – Albumreview

Ideen- und abwechslungsreiches neues Zaz-Album

Frankreichs bekanntester Musikexport meldet sich zurück. Isabelle Geffroy, alias Zaz, meldet sich mit ihrem neuen Album Effet Miroir zurück. Es ist nach ihrem selbstbetitelten Debüt von 2010 und Recto Verso von 2013 ihr drittes Studioalbum mit neuen Songs. Dazwischen lag die musikalische Verbeugung vor  „Paris“, ein Coveralbum mit Neuinterpretationen berühmter Lieder über die französische Hauptstadt. Zaz hat die Welt bereits mit ihrem ersten Hit „Je veux“ im Sturm erobert, über vier Millionen verkaufte Platten, davon in zwölf Ländern mindestens mit Gold-Status bedacht, und zahlreiche Musikpreise stehen auf ihrer Habenseite. Effet Miroir wurde in Paris, Brüssel und Montreal aufgenommen und enthält fünfzehn Songs, die die Vielfalt der Menschen widerspiegeln sollen.

Der Zaz-Charme

Zaz Effet Miroir Cover Warner Music„All unsere Facetten mitsamt ihren Widersprüchen zu akzeptieren ist für mich ein Weg, die Gegensätze unseres Seins zu vereinen“, so Zaz. Das schafft die in Paris lebende Sängerin mit ihrem wohl vielfältigsten Album, das sich zwischen, Chanson, Pop, Salsa und Rock bewegt. Und dazwischen traurige Pianoballaden, die von Melancholie nur so triefen. Mit einer solchen, „Demain c’est toi“, beginnt das Album. Sanfte Streicher untermalen den nachdenklich-sehnsüchtigen Auftakt, der später in „Mes souvenirs de toi“ sowie „Ma valse“ zwei schwermütige und leidenschaftliche Fortsetzungen erfährt. Und dann sind da natürlich die potentiellen Hits, die sich in die Erfolgsspur von „Je veux“ und „On ira“ einreihen könnten. Der zurückhaltende, folkig-jazzige Vorabtrack „Qué vendrá“ ist hier zu nennen, genauso wie das beschwingt-euphorische „Toute ma vie“. Diesem Charme kann man sich schlecht entziehen. Wieso auch?

Pianotraurigkeit

„Auch „Je parle“ bringt viel gute Laune mit und pop-rockt fröhlich vor sich hin, während „On s’en remet jemais“ Disco, Rock, Pop, Funk und die Talking Heads vereint. R&B und Soul huldigt Zaz in „Si c’était à refaire“ und karibische Klänge ertönen zu „Pourqoui tu joues faux“. Am Ende fährt sie noch einmal viel Pianotraurigkeit samt dezenter Bandbegleitung bei „St. Valentin“ auf. Und ganz zum Schluss nur noch Sprechgesang und Piano in „Laponie“, einer Reflexion ihrer Reise nach Lappland. Unterkühlt, aber intensiv lässt Zaz Effet Miroir also ausklingen, ein Album, das mit Abwechslung und Ideenreichtum überzeugt.

„Effet Miroir“ von Zaz erscheint am 16.11.2018 bei Warner Music. (Beitragsbild von Gérard Otremba)

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