Zaz live in Hamburg – Konzertreview

Zaz live in Hamburg – Konzertreview

Eine emotionale Achterbahnfahrt mit Zaz im Hamburger Stadtpark

Text und Fotos von Gérard Otremba

Endlich hatte das Wetter ein Einsehen. Rechtzeitig zum Zaz-Konzert am 16.08.2016 bescherten die Götter der Hansestadt Hamburg nach wochenlangem Schauerwetter und herbstlichen Temperaturen einen lauwarmen, spätsommerlichen Abend mit mehr als 20 Grad. Ein perfekter äußerer Rahmen für die 36-jährige Zaz, um im bunten Sommerkleid die Bühne der schönen Open-Air-Arena im Hamburger Stadtpark betreten zu können. In den folgenden 90 Minuten bietet Isabelle Geffroy, alias Zaz, den zahlreich erschienenen Gästen eine emotionale Achterbahnfahrt und sich selbst eine angemessene Sporteinheit.

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Wahrscheinlich wären Zaz die Temperaturen egal gewesen, bereits nach wenigen Minuten läuft die Französin zur Höchstform auf, hüpft, springt und winkt und gebiert sich wie ein junger, unbändiger Wildfang. Eine Performance, die Zaz bis auf einige wenige ruhige Momente durchzieht, unterstützt von ihrer formidablen, siebenköpfigen Herrenband im Rücken. Der Beginn mit dem häufigen Einsatz eines Theremins gerät phasenweise verstörend und gewöhnungsbedürftig, Zaz bewegt sich hier minutenlang in der Nähe von New Wave und Avantgarde-Rock. „Comme ci, comme ça“ unterbricht in seiner legeren Art und dem flotten Rhythmus die Theremin-Vorherrschaft, „Déterre“ donnert, rockt und ravet sich durch den Abend.

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Zaz‘ Präsenz ist allumfassend. Sie kokettiert und spielt mit ihren Fans, sie verzaubert mit ihrem Charme und Charisma, wirft Handküsse ins Publikum, schreit, gestikuliert und sucht beständig den Kontakt mit den Gästen. Mit ihrem selbsternannten Nouvelle-Chanson-Liedern, einer fidelen Melange aus Jazz, Pop, Ragtime und Klezmer, bedient sie die ganze emotionale Palette. Sehnsucht, Melancholie und Traurigkeit auf der einen Seite und überbordende Lebenslust auf der anderen prägen die Songs der in 1980 in Tours geborenen Sängerin, die sich mit der Musikkarriere ihren Kindheitstraum erfüllt. Und so weht für anderthalb Stunden eine starke Brise französischer, respektive Pariser Lebenseinstellung durch den Hamburger Stadtpark. Die erträgliche Leichtigkeit des Seins.

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Schnelleren Up-Tempo-Songs (die Trompeten jubilieren, der Kontrabassist gibt Gas) stellt Zaz zarte Chansons gegenüber. Dann schluchzen die Trompeten, das Akkordeon weint und das Herz wird einem klamm. Ein wenig Pathos gehört dann ebenfalls zum Live-Repertoire von Zaz und kurz vor Ende des Konzertes kommt sie dann beim Megahit „Je veux“ an. Die textsicheren Fans (einige) dürfen diverse Passagen mitsingen, die anderen (einige mehr) lässt Zaz ein fröhliches „Lalala“ mitträllern. Spaß macht es allen Beteiligten. Der mitreißende Pop-Song „On ira“ beendet dann mit „Oh-oh-oh“-Chören ein abwechslungsreiches und überaus launiges Zaz-Konzert.

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