Ryan Adams: Ryan Adams – Album Review

Ryan Adams: Ryan Adams – Album Review

Ryan Adams rockt wieder

von Gérard Otremba

Als Sänger von Whiskeytown sorge Ryan Adams bereits für Furore im Alternative-Country-Genre, sein Solo-Debüt Heartbreaker aus dem Jahr 2000 sowie das nur ein Jahr später erschienene Gold hievten den 1974 in Jacksonville, North Carolina, geborenen Songwriter in den Status eines musikalischen Heilsbringers, neben Jeff Tweedy von Wilco eines Genies mithin, so sehr verinnerlichte Adams den Springsteen-Petty-Dylan-Americana, machte sich diesen zu eigen und barmte sich in die Herzen vieler Musikbegeisterter. Ein Status, den er mit weiteren Alben wie Love Is Hell Vol. 1 + Vol. 2 oder Cold Roses zementierte. Seine Veröffentlichungsorgie in den Nuller-Jahren war rekordverdächtig. 2005 brachte Ryan Adams in den USA mit dem Doppel-Album Cold Roses, Jacksonville City Nights und 29 gleich drei Platten in einem Jahr heraus. Die Fangemeinde war erfreut und erst eine schwere Ohr-Erkrankung ließ den Workoholic kürzer treten. Es wunderte also nicht, dass sein letzter Longplayer Ashes & Fire eine intime und karg instrumentierte Angelegenheit wurde.

Drei Jahre später rockt Ryan Adams wieder. Die E-Gitarre steht im Mittelpunkt und schon der knackige Riff in „Gimme Something Good“ zeigt den Weg des selbstbetitelten neuen Albums. Es kracht zwar nicht so vehement wie auf Rock n Roll von 2003, aber Adams bewegt sich stilsicher im Adult-Rock, denn Songs wie „Trouble“, Am I Safe“, „Stay with Me“ oder „Tired Of Giving Up“ evozieren natürlich sofort Größen wie Bruce Springsteen oder Tom Petty und erfreuen jede Classic-Rock-Radio-Station. Lässiger, melodiöser Midtempo-Rock-Pop, gelegentlich von Benmont Tench an der Orgel in Szene gesetzt. Perfekt zur Erbauung jeder Highway-Fahrt. Der zurückhaltende, barmende und betörende Ryan Adams wiederum läßt beim sanften „My Wrecking Ball“ und im dunklen „Shadows“ von sich hören. Und dass ein gewisser Johnny Depp bei „Kim“ Gitarre spielen darf, ist nicht mehr als eine Randnotiz. Sicherlich nicht das beste Ryan Adams-Album, aber wir sprechen hier von Ryan Adams, da ist Qualität noch immer ein eingelöstes Versprechen.

„Ryan Adams“ von Ryan Adams erscheint am 05.09.2014 bei Pax Americana Records / Sony Music Columbia.

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