Element Of Crime live in Hamburg 2021

Element Of Crime live in Hamburg 2021

Element Of Crime zeigen sich beim Konzert im Hamburger Stadtpark in Topform und Sven Regener glänzt mit launigen Ansagen

Ähnlich wie vor zwei Tagen beim Konzert von Alice Merton (Sounds & Books berichtete) richten sich die Augen besorgt gen Himmel. Erneut kamen am Nachmittag heftige Schauer über Hamburg hernieder und wieder hatten die Wettergötter ein Einsehen und es blieb von ein paar Tropfen abgesehen während des Element-Of-Crime-Konzertes am 06.08.2021 im Hamburger Stadtpark trocken. Die Elements sind gern gesehene Gäste auf dem schönen Open-Air-Gelände zwischen Winterhude und Barmbek. Bereits 2011, 2016 und 2019 trat die Band um Sänger, Texter, Gitarrist und Trompeter Sven Regener im beschaulichen Rund auf. Und auch in Corona-Zeiten bleibt die Berliner Kultband ihren Hamburger Fans treu und bescherte ihnen 2020 ein von uns dieser Stelle besprochenes  Konzert auf dem Cruise-Inn-Gelände in Steinwerder.

“Weil es schön war”

Pünktlich um 20 Uhr betreten Regener, Gitarrist Jakob Ilja, Bassist Dave Young, Schlagzeuger Richard Pappik sowie Rainer Theobald (Saxophon, Klarinette) und Ekki Busch (Akkordeon) die Bühne der Stadtpark-Open-Air-Arena und beginnen wie 2016 mit dem eindrucksvollen „Wenn der Morgen graut“. In den folgenden zwei Stunden spielen Element Of Crime (EOC) einen ausgewogenen Reigen mit Songs aus – bis auf „An einem Sonntag im April“ – allen deutschsprachigen Alben und schauen mit „You Shouldn’t Be Lonely“ bis in die Anfangsphase ihrer Karriere zurück. Mit „Weil es schön war“ steht auch ein selten gespieltes Stück des „Psycho“-Albums auf der Setlist. Und wie kein anderer Titel beschreibt “Weil es schön war” den Auftritt von Element Of Crime. All die ganze Melancholie, Lakonie, Sehnsucht und Romantik, all die exquisiten Balladen, das elegische Trompeten- sowie das gravitätische Saxophonspiel, das wehmütige Schifferklavier, der so gut Richtung Meer passende, chansoneske Rock’n’Roll. Da macht ihnen keiner so schnell was vor.

Die launigen Ansagen Sven Regeners

Ein Konzert von Element Of Crime ist immer voll an Höhepunkten, ob nun alte Klassiker wie „Mehr als sie erlaubt“, „Weißes Papier“, „Delmenhorst“ und „Draußen hinterm Fenster“, oder neueres Material wie „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“, „Stein, Schere, Papier” oder „Wenn der Wolf schläft müssen alle Schafe ruhen“ (auch alle in der S&B-Liste der Top-100-Songs vertreten). Sven Regener führt mit seinen Ansagen gewohnt launig durch das Programm, “redet sich um Kopf und Kragen” und erzählt von lustigen Video-Drehs in Hamburg, wir erfahren, dass “Ein Hotdog unten am Hafen” bei den Pfadfindern total beliebt ist, “Im Prinzenbad allein” die James-Last-Momente in sich trägt und erhalten eine kleine Erdkundestunde über die Flüße in “Delmenhorst”. Informationen, die man immer mal gebrauchen kann.

Element Of Crime begeistern das Hamburger Publikum

In „Vier Stunden vor Elbe 1“ und „Schwere See“, den letzten beiden Zugaben ihres diesjährigen Hamburg-Gigs, findet sich die EOC-Quintessenz nochmal in geballter Form wieder. Die Musik von Element Of Crime klingt häufig so unendlich traurig, vermag indes großen Trost zu spenden. Längst erhält die Band zu diesem Zeitpunkt die verdienten Standing Ovations vom einmal mehr begeisterten Hamburger Publikum, das sicherlich überaus glücklich den Heimweg angetreten hat. Und da im September ein neuer Regener-Roman (“Glitterschnitter”) erscheint, dürfte ein neues Element-Of-Crime-Album hoffentlich in Planung sein. Kommt anschließend bald wieder nach Hamburg.

(Beitragsbild: Element Of Crime, Hamburger Stadtpark 2019 von Gérard Otremba, Archiv Sounds & Books)

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