Element Of Crime: Live im Tempodrom

Element Of Crime: Live im Tempodrom

Das Konzert von Element Of Crime im Berliner Tempodrom vom 25.05.2019 live für alle

Endlich. Ein Live-Album von Element Of Crime. Es wurde aber auch irgendwie Zeit. Bis auf obskure, nur digital erhältliche und zeitlich limitierte, bewußt trashige Aufnahmen, brachten EOC lediglich 1990 ein haptisches Live-Album heraus. „Crime Pays“ zeigt die Band im Stadium zwischen der englischen Frühphase und den kommenden, deutschsprachigen Meisterwerken „Damals hinterm Mond“ und „Weißes Papier“. Dreißig Jahre später also erscheint mit „Live im Tempodrom“ das erst zweite Live-Album in der Karriere der Berliner Formation, die das einmalige Erlebnis eines Element-Konzertes als solches mit einer nachträglichen Live-Dokumentation für die Besucher nicht verwässern wollten. Man kann das nachvollziehen, freut sich aber trotzdem umso mehr über die plötzliche Kehrtwende und eine fassbare Erinnerung an die letzte Tour.

Element Of Crime live im heimatlichen Berlin

Element Of Crime Live im Tempodrom Cover Universal Music

Zu hören ist das komplette Element-Of-Crime-Konzert vom 25.05.2019 im heimatlichen Tempodrom. Es war das letzte von drei aufeinanderfolgenden Berliner Konzerten und gleichzeitig  der Abschluß der Tour zum aktuellen, im Oktober 2018 veröffentlichten Studio-Album „Schafe, Monster und Mäuse“. Da sich die Setlist zum Hamburger Stadtpark-Konzert wenige Tage zuvor nicht verändert hat, bleibt die Erinnerung nun für immer festgehalten. Neben Sven Regener (Gesang, Gitarre, Trompete), Jakob Ilja (Gitarre), David Young (Bass)und Richard Pappik (Schlagzeug), waren auch in Berlin wieder Rainer Theobald (Tenorsaxophon, Klarinette), Ekki Busch (Akkordeon) sowie Alexandra Regener (Gesang bei „Karin, Karin“) mit von der Partie. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Songs von „Schafe, Monster und Mäuse“, beginnend mit dem Konzert-Opener „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“, über „Bevor ich dich traf“, bis hin zu „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“.

Die EOC-Klassiker im Zugabenteil

Sven Regeners Stimme klingt rauer und intensiver als je zuvor, was älteren Songs wie „Nur so“ und „Wer ich wirklich bin“ zu Gute kommt. Zwei absolute Highlights der letzten Tour übrigens, das finstere, von Rainer Theobalds edlem Saxophonspiel in neue Dimensionen geführte „Nur so“, sowie das seit 1997 nicht mehr live gespielte „Wer ich wirklich bin“, das zwischenzeitlich Gisbert zu Knyphausen coverte und die Elements auf die Idee brachte, es mal wieder selbst an den Song zu trauen, der in einer düster-treibenden Version im neuen Glanz aufersteht. Diverse EOC-Klassiker, alle auch in der exklusiven Sounds & Books-Liste der Top-100-Songs der Band zu finden, tummeln sich im Zugabenteil. „Weißes Papier“, „Delmenhorst“, „Schwere See“, „Geh doch hin“ und „Draußen hinterm Fenster“. Alles so schön und gut, wie live in den letzten Jahren von Element Of Crime gewohnt. 25 Songs, über zwei Stunden Spielzeit und ein großer Wunsch vieler Fans wird erfüllt. Eine Live-Platte von Element Of Crime. Endlich.

„Live im Tempodrom“ von Element Of Crime erscheint am 11.10.2019 bei Vertigo / Universal Music (Beitragsbild von Gérard Otremba).

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