Seratones: Power – Albumreview

Seratones: Power – Albumreview

Ein facettenreiches Soul-Rock-Pop-Album der amerikanischen Band Seratones

„Power“ ist das, nach „Get Gone“ von 2016, zweite Album der amerikanischen Soul-Rock-Band Seratones. Das Quintett aus Shreveport, Louisiana, bestehend aus Sängerin, Songwriterin und Gitarristin AJ Haynes, Bassist Adam Davis, Schlagzeuger Jesse Gabriel, Keyboarder und Gitarrist Tyran Coker sowie Gitarrist Travis Stewart hat sich hierbei einem herrlichen Vintage-Motown-Sound verschrieben, der allerdings undogmatisch ein facettenreiches Soul-Rock-Pop-Spektrum abdeckt. „Power“ also. Ein gut gewählter Plattentitel, denn „Power“ bringen Seratones zweifellos mit ein. Kein hemdsärmeliger Kraftakt, vielmehr eine geschmeidige Power gehört zum Markenzeichen der Band.

Sixties-Soul-Pop und und Breitwand-Soul-Rock

Seratones Power Albumcover New West Records

Nur so ist es möglich, eine so bewegende Piano-Ballade wie „Crossfire“, die das Album als Abschlusstrack veredelt, zu komponieren, George-Harrison-Gitarren-Gedächtnis-Licks und „Lalala“-Backing-Vocals inklusive. Wie der schönste Sixties-Soul-Pop diverser damaliger Girl-Groups erklingt der hymnische und doch ungemein verspielte Opener „Fear“, geprägt von der zwischen Sanftmut und Bestimmtheit changierenden Stimme von AJ Haynes. Mit wesentlich mehr Tempo gehen Seratones im Titeltrack „Power“ zu Werke, wo großflächige Synthie-Akkorde auf Streicher-Arrangements und ein vorwärtsgeprügeltes Schlagzeug treffen. Breitwand-Soul-Rock. Die bei Blondie in den 70ern so gut funktionierende Einheit aus Disco und Punk-Rock nehmen Haynes und Kollegen bei „Heart Attack“ auf und führen es mit Future-Sounds in der Gegenwart.

Mitreißender Seratones-Sound

Zur Soul-Diva mutiert AJ Haynes in der vibrierenden, am Blues orientierten, sanft pathetischen Ballade „Lie To My Face“, während sich „Gotta Get To Know Ya“ vor Grooves nur so schüttelt. Ganz schön funky der Song, mit harten Gitarrenriffs, lieblichen Gesängen und pulsierenden Rhythmen. In einem fanfarenartigen Refrain mündet das mit dramatischen Versatzstücken angereicherte „Over You“, vom Gospel inspiriertes („Permission“), dem Disco-Soul-Pop zugewandtes und bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestelltes Material („Sad Boi“) vervollständigen mit dem verführerischen „Who Are You Now“ das Album.  Und am Ende wartet ja noch die oben erwähnte, traumhaft schöne Groß-Ballade „Crossfire“. Auf „Power“ befinden sich Songs, die sowohl das Herz als auch die Tanzbeine treffen und sich mit sozialgesellschaftspolitischen Themen befassen. Ein mitreißendes Soul-Rock-Pop-Album.

„Power“ von Seratones erscheint am 23.08.2019 bei New West Records / PIAS / Rough Trade (Beitragsbild by Dylan Glasgow Guice).

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