Stella Donnelly: Beware Of The Dogs

Stella Donnelly: Beware Of The Dogs

Liebreizender DIY-Songwriter-Indie-Pop mit bissigen Texten von Stella Donnelly

Nachdem sie einige Jahre in Punk- und Rock-Bands gespielt hat, veröffentlichte die australische Songwriterin Stella Donnelly letztes Jahr ihre Solo-Debüt-EP „Trush Metal“. Dort waren nur ihr Gesang und ihr Gitarrenspiel zu hören, für „Beware Of Dogs“ indes, den ersten Longplayer ihrer Karriere, holte sich Donnelly mit Bassistin Jennifer Aslett, Schlagzeuger Talya Valenti und Gitarrist Goerge Foster drei ihrer besten Freunde als Mitmusiker an ihre Seite.

Stella Donnelly und die MeToo-Bewegung

Stella Donnelly Beware Of The Dogs Cover Secretly Canadian

Mit „Boys Will Be Boys“ hat es ein EP-Track auf das von Dean Tuza produzierte Album geschafft, mithin ein inhaltlich exemplarischer Song, greift Stella Donnelly auf „Beware The Dogs“ die MeToo-Bewegung auf, schreibt über selbst erfahrene oder ihr erzählte  Übergriffigkeiten und Belästigungen. Ihre Ansichten postuliert sie schonungslos, anklagend und warnend. Bereits im Opener, der bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten ersten Single „Old Man“ befindet sich die abrechnende Zeile „Oh are you scared of me old man or are you scared of what I’ll do? You grabbed me with an open hand / The world is grapping back at you“. Nein, Stella Donnelly nimmt auch im weiteren Verlauf des Albums kein Blatt vor den Mund und singt mit aller Macht gegen das Unrecht. Aber sie singt mit einer so liebreizenden Stimme, dass man sich von ihrem Klang schnell umschmeichelt und eingenommen fühlt. Ähnlich verhält es sich mit Donnellys dazugehörigem DIY-Indie-Pop, der von nicht minder anmutig-charmanter Art gespielt wird.

Manifest der Selbstbestimmung

Mit eingängigen, aber forschen Passagen in „Tricks“, in Jeff Buckley-Manier bei „Allergies“ und partikular im feinsten Jingle-Jangle-Stil in „Season’s Greetings“. Stella Donnelly verpackt ihre Wut in schöne, pittoreske, teilweise einlullenden Klänge, wie in „Watching Telly“, einem Manifest auf die Selbstbestimmung des eigenen, weiblichen Körpers. Den Abschlusstrack „Face It“ singt sie gar auf so betörende Weise wie einst Audrey Hepburn „Moon River“. Mit ihrem Debütalbum „Beware Of The Dogs“ reiht sich Stella Donnelly neben Julia Jacklin in die Garde der wichtigsten Vertreterinnen des australischen Songwriter-Indie-Pop ein.

„Beware Of The Dogs“ von Stella Donnelly erscheint am 08.03.2019 bei Secretly Canadian / Cargo (Beitragsbild by Pooneh Ghana).

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