Steiner und Madlaina: Cheers – Albumreview

Steiner und Madlaina: Cheers – Albumreview

Charmanter Folk-Pop und Chanson des Schweizer Duos Steiner und Madlaina

Kennengelernt haben sich Nora Steiner und Madlaina Pollina, die Schwester von Julian Pollina, in der Musikwelt besser als Faber bekannt, auf dem Pausenhof eines Züricher Gymnasiums. Jetzt werden die beiden nicht weniger als eine große Zukunftshoffnung der Schweizer Songwriterwelt gehandelt. Nicht nur der Schweizer, sollte man hinzufügen. War ihre im Vorjahr veröffentlichte EP Sparks zumeist noch sparsam und zurückhaltend instrumentiert, wagen Steiner und Madlaina für ihr von Alex Sprave (Mando Diao, We Invented Paris, Me + Marie) produziertes Debütalbum Cheers den Schritt zu üppigeren Arrangements, die Folk-Pop, Chanson und Rock vereinen.

Die Vielfalt von Steiner und Madlaina

Steiner und Madlaina Cheers Cover Glitterhouse RecordsFünf deutschsprachige, vier englischsprachige und ein in schweizerdeutsch gesungener Titel haben es auf Cheers geschafft, während ihrer Live-Auftritte konfrontieren sie das Publikum auch schon mal mit italienischen und griechischen Texten. Die ersten drei, in deutscher Sprache gesungenen Songs versprühen zusätzlich noch eine große Sehnsucht mit traurigem Unterton, wie man es aus französischen Chansons kennt. Das kann einen durchaus euphorischen Charakter annehmen, wenn man den Chorus in „Wenn du mir glaubst“ hört, oder mit balkanhaftem Touch im Opener „Ich werd nie gehen“. „Prost Hawaii“ indes klingt wie der von vor einigen Jahren von Marla Blumenblatt wiederaufgewärmte Swing-Schlager-Pop. „Hold“, der erste englischsprachige Titel, schleicht sich in düsterer-geheimnisvoller Stimmung an, irgendwann klagt noch eine bluesige Gitarre, und Steiner & Madlaina singen barmend im Chor. Gänsehautmoment.

Mehr als ein talentiertes Songwriter-Duo

„Riot“ hingegen sehr perkussiv und dramatisch, der Vorabtrack „Das schöne Leben“ zwar ein zum Tanzen einladender Schunkler, textlich aber eine nachdenkliche Abrechnung mit der Übeflusskonsumgesellschaft. „Reckless“ ist eine zarte und anmutige Dream-Folk-Pop-Ballade und die bewegende Trennungsballade „Groß geträumt“ eskaliert gar in einem Rockgitarrensolo. Überbordend und opulent dann das Arrangement im Refrain von „Wait For It“, bevor das abschließende „Herz vorus id Wand“ den Folk-Pop von Zaz evoziert. Steiner und Madlaina überzeugen auf Cheers nicht nur mit ihrem abwechslungsreichen musikalischen Programm, sondern ebenfalls durch ihre eindringlichen, Geschichten erzählenden Texte. Mit den beiden jungen Damen hat sich ein mehr als talentiertes Songwriter-Duo gefunden.

„Cheers“ von Steiner & Madlaina ist am 19.10.2018 bei Glitterhouse Records / Indigo erschienen (Beitragsbild: Albumcover).

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