Foxygen: Hang – Album Review

Foxygen: Hang – Album Review

Opulente, dramatische und größenwahnsinnige Songs von Foxygen

von Gérard Otremba

Das kalifornische Duo Foxygen setzt seinem Vintage-Sound die Krone auf. Fast ist man geneigt zu sagen, Sam France und Jonathan Rado übertreiben es ein wenig mit der Inszenierung ihrer Einflüsse. Jedoch machen Foxygen dies weiterhin auf eine betont charmante Weise, so dass man auch die Songs von Hang sehr schnell ins Herz schließen muss. „Hang“ hieß bereits der letzte Song ihres überkandidelten letzten Albums „…And Star Power“, aber mit dem schwebenden Psychedelic-Pop jenes Stückes haben die acht neuen Tracks auf Hang nicht mehr viel gemein. Das Album ist mit Hilfe eines 40-köpfigen, von Trey Pollard und Matthew E. White arrangierten Symphonieorchesters aufgenommen worden, das Foxygens Hang zu Theatralik sämtliche Türen öffnet. Auch die Lemon Twigs und Steven Drozd von The Flaming Lips waren als Gastmusiker an der Entstehung von Hang beteiligt.

Mit dem geschmeidigen Seventies-Soul-Pop von „Follow The Leader“ beginnt das Album sehr einnehmend, bevor Foxygen in „Avalon“ ein Broadway-Musical mit Pop-Reminiszenzen im Mini-Format aufführen. Die Freunde des Früh-70er-David Bowie kommen bei „Mrs. Adams“ voll auf ihre Kosten und den großen Po(m)p zelebrieren Foxygen mit „America“. Barock-Pop, Freddie Mercury und The Divine Comedy schließen ewige Freundschaft und Sam France verzweifelt an seinem Heimatland. Erholung von diesem überbordenden Dramolett folgt mit „On Lankershim“ auf dem Fuß. Fluffiger Westcoast-Sound mit an Smokie erinnernden Vocals. An das kurze und gehetzte „Upon A Hill“ schließt sich ein pompöses und dramatisches „Trauma“ an, bevor Hang mit dem traurig-eleganten, sehr anmutigen, aber selbstverständlich ebenfalls zum Größenwahn neigenden „Rise Up“ endet. Dem wandelbaren Art-Pop von Foxygen sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Ein intensives und rauschhaftes Album.

„Hang“ von Foxygen ist am 20.01.2017 bei Jagjaguwar / Cargo Records erschienen.

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