The Dynamite Lovers: The Dynamite Lovers – Album Review

The Dynamite Lovers: The Dynamite Lovers – Album Review

Eine feine musikalische Zeitreise in die Vergangenheit

von Gérard Otremba

Bereits die an Deep Purple erinnernden Orgelklänge des Album-Opener „White Bird Dreaming“ weisen den Weg von The Dynamite Lovers. Die Band aus Osnabrück taucht tief hinab in die End-60er und Früh-70er Jahre und präsentiert auf ihrem selbstbenannten Debütalbum einen stilvollen Mix aus Psychedelic- Blues- Glam- und Hardrock. Kaum ist der zweiminütige Orgelbeginn verklungen, stürzen sich The Dynamite Lovers in das abgefahrene, mit Velvet Underground-Rhythmen spielende „I’m Falling Down“. Ähnlich wie The Strokes, die sich in ihrer fabelhaften Frühphase ebenfalls auf die Velvets bezogen, verhallen The Dynamite Lovers ihren Gesang, bleiben mit den kernigen Riffs jedoch schwer geerdet. Das hat dann so die legere, dreckige Arroganz eines Iggy Pop oder eben Lou Reed, bringt aber eben auch genauso viel Spaß. Mit „Crashing Machines“ setzen die Dynamite Lovers noch einen abgefuckten Garagen-Rock-Track nach, der mächtig groovt, roh und kratzbürstig, mit monotonem Schlagzeugbeat, aber markanten Rolling Stones-Gitarrenlicks versehen.

Hippiesk geht es anschließend im sechseinhalbminütigen „Magic Touch“ weiter, das mit seinem langsamen und verspielten Folk-Blues-Rhythmus einen in Trance versetzt. Und daß bei „Pretty Fire Take Me Higher“ weniger Alkohol und mehr bewußtseinserweiternde Drogen konsumiert werden sollten, legt der Titel schon nahe. Robust und filigran, ein Spagat den einst Led Zeppelin in Perfektion beherrschten, zwischen Heavy-Blues-Rock und British-Folk changierend, kommt „Forest Of Usn“ daher, das Instrumental „Black Bird Screeming“ atmet indischen Geist und „Running On Empty“ punktet wieder mit großen Glam-Rock-Riffs. „Down In The Valley“ setzt auf verschärftes Tempo mit Schnelle-Finger-Gitarrensolo, das abschließende, knapp siebenminütige „Stars Won’t Shine Forever But The Iceman Is Coming“ stampft hingegen nochmal mächtig im Blues-Rock und klingt in Psychedelia-Atmosphäre aus. Eine feine musikalische Zeitreise in die Vergangenheit mit The Dynamite Lovers.

„The Dynamite Lovers“ von The Dynamite Lovers ist am 19.08.2016 bei Timezone erschienen.  

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