Temples: Hot Motion – Albumreview

Temples: Hot Motion – Albumreview

Temples haben das Händchen für großartige Psychedelic-Rock-Pop-Songs wiedergefunden

Keine Band hatte den Sixties-Psychedelic-Rock-Pop dermaßen intensiv aufgesogen wie Temples im Jahre 2014. Damals erschien das an dieser Stelle vorgestellte Debütalbum „Sun Structures“ der jungen Briten, ein spektakuläres Kaleidoskop schillernder Klänge zwischen The Byrds, Pink Floyd und Love. Der ebenfalls von Sounds & Books rezensierte Nachfolger „Volcano“ von 2017 litt dann leider etwas am synthielastigen und überambitionierten Sound und konnte mit dem Erstlingswerk nicht ganz mithalten. Das dritte, erneut im heimatlichen Studio von Sänger und Gitarrist James Bagshaw aufgenommene und produzierte Album „Hot Motion“ kehrt an den Anfangspunkt zurück und stellt die die Gitarren wieder in den Vordergrund.

Hypnotisierende und überwältigende Melodiebögen

Temples Hot Motion Cover ATO Records

Gleichzeitig erhöhen Bagshaw, Bassist Tom Walmsley und Gitarrist Adam Smith den progressiven Anteil ihrer Musik und hinterlassen teilweise riesige Wall-of-Sound-Monumente. Aber selbst diese zünden ähnlich gut wie ihre Vorgänger auf dem Debüt „Sun Structures“. Der titelgebende Opener entführt uns sofort mit hypnotisierenden, verhallten Gesängen und rhythmisch pulsierenden Drumbeats auf einen LSD-getränkten Trip, befeuert sowohl von repetitiven als auch ausufernden Gitarrenparts. Zwischen liebreizenden und überwältigenden Melodiebögen fangen Temples „You’re Either On Something“ ein, während „Holy Horses“ ziemlich lässig zwischen Beatles und Blur changiert. Natürlich ist Temples eine überaus coole Band, egal ob musikalisch, oder aufgrund ihrer auf Swinging London getrimmten Mode.

Großartige Temples-Songs

Und das Trio hat wieder großartige Songs auf Lager. Das zum Glam-Rock neigende „The Beam“ beispielsweise, das mit einem herrlich feierlich-pathetischen, herzzerreißenden  Refrain verführt. Oder das legere „It’s Al Coming Out“, das kosmische Ausflüge zulässt und doch auch im Hier und Jetzt verweilt. Und selbstverständlih das mächtige, mit Pink Floyd-Referenzen ausgestattete “Atomise”. Mit „Step Down“ bewerben die die Engländer um den T. Rex-Gedächtnispreis und mit dem einerseits schwebenden und andererseits opulent-progressiven „Monuments“ beenden sie ihr neues Abenteuer. Temples are back. Und so macht der Psychedelic-Rock-Pop wider Spaß.

„Hot Motion“ von Temples erscheint am 27.09.2019 bei ATO Records / PIAS (Beitragsbild: Albumcover).

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