Sophie Hunger: Supermoon – Album Review

Sophie Hunger: Supermoon – Album Review

Neues, den Pop bereicherndes Album von Sophie Hunger

von Gérard Otremba

Noch viel erstaunlicher als bei Florence + The Machine ist die kommerzielle Entwicklung von Sophie Hunger. Die Schweizer Sängerin genießt in ihrer Heimat Kultstatus, der sich in regelmäßigen Spitzenpositionen der Album-Charts wiederspiegelt. Die vor wenigen Wochen erschienene neue Platte Supermoon erreichte auch in Deutschland eine Top-Ten-Platzierung, erstaunlich und erfreulich insofern, als dass Hungers Kompositionen noch immer meilenweit vom Mainstream entfernt sind. Die 32-jährige Sophie Hunger erschafft auf Supermoon spannende Klangwelten, die den Hörer mindestens fragend, wenn nicht gar erschüttert, aber immer berührt, zurücklassen. Auf einem sanften Beat, begleitet von der akustischen Gitarre, schwebt Hungers Gesang im titelgebenden Opener, meditativ und entrückt. Im Indie-Pop von „Mad Miles“ breiten sich sphärische Synthieflächen aus, von störrischen Gitarreneinlagen zerfetzt, ein Kontrapunkt zum sonst so perlenden und reinen Gesang Hungers.

„Love Is Not The Answer“ poltert und rumpelt zu Beginn und findet doch den Ausweg ins Melodiöse, bei Sophie Hunger aber mit einem verwirrenden Unterton präsentiert. Dem Northern Soul sehr nahe kommt das mit Bläsern und sehr lässigen Gitarren angereicherte, sehr rhythmische „Superman Woman“, während die Ballade „Die ganze Welt“ die Sehnsucht in teilweise alptraumhafter Geräuschkulisse einfängt. Trotz edler Streicher und sanftem Pianospiel wirkt „Fathr“ in bester Feist-Manier verschroben und der Sprechgesang bei „The Age Of Lavender“ geradezu verstörend. Tieftraurig ihre Interpretation von „La Chanson d’Helene“, ziemlich abgefahren und gewöhnungsbedürftig der Underground-Indie-Pop im anschließenden „We Are The Living“, zauberhaft, innig und bewegend das sanfte „Craze“ und gar kindlich das im Schwyzerdütsch vorgetragene „Heicho“. Mit dem erhabenen „Queen Drifter“ endet Supermoon, ein die Grenzen auslotendes, den Pop bereicherndes Album von Sophie Hunger.

„Supermoon“ von Sophie Hunger ist am 24.04.2015 bei Caroline / Universal Music erschienen.

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