Blondie: Pollinator – Album Review

Blondie: Pollinator – Album Review

Blondie sprühen auf Pollinator vor Energie und klingen so charmant wie vor 40 Jahren

Seit über 40 Jahren existiert Blondie bereits und auf Pollinator zeigt sich die Band um Sängerin Debbie Harry vitaler als auf den bisherigen Alben seit des Comebacks von 1999. Für Pollinator arbeiteten Blondie mit anderen, jüngeren Musikern zusammen und doch klingt alles auf Pollinator nach Blondie. Zwischen 1978 und 1982 war die New Yorker Formation mit ihrem Mix aus Pop-, New Wave-, Punk- und Disco mit sechs Platten omnipräsent und Hits wie „Heart Of Glass“, „Denis“, „Sunday Girl“, „Dreaming“, „Call Me“, The Tide Is High“, „Atomic“ und „Rapture“ gehören längst in den Rock’n’Roll-Kanon. Am neuen Album beteiligten sich u.a. Dave Sitek von TV On The Radio, Sia, Charli XCX, Johnny Marr sowie Joan Jett und Laurie Anderson, die im Opener „Doom Or Destiny“ zu hören sind.

Sounds & Books_Blondie_Pollinator_CoverDIGITALDer Albumeinstieg stammt vom Blondie-Songwriter-Duo Chris Stein und Debbie Harry, die über Pollinator wie folgt urteilt: „Hier wird Recycling zelebriert!“. Das Zelebrieren gilt vielleicht nicht für das gesamte Album, aber die ersten fünf, sechs Songs knüpfen nahtlos an die frühere coole Blondie-Catchyness an. Besagtes „Doom Or Destiny“ ist ein treibender Drei-Minuten-Pop-Rock-Ohrwurm, der 1979 ein sicherer Nummer-1-Hit geworden wäre. „Long Time“ kokettiert aufs Schönste mit „Heart Of Glass“ und entzückt in seinem glücklich machenden Disco-Pop-Arrangement. „Already Naked“, aus der Feder von Blondie-Keyboarder Matt Katz-Bohen, fesselt mit einem unwiderstehlichen, den Himmel öffnenden Refrain und die Vorabsingle „Fun“ pulsiert hoffentlich schon seit ein paar Wochen durch alle Clubs, ein umwerfender, funky Disco-Pop-Feger. Studio 54 revisited.

The Smiths-Gitarrist Johnny Marr ersetzt in „My Monster“ den Funk durch Rock und fertig ist der nächste moderne Blondie-Klassiker. Auch das von Sia komponierte, von Synthies vorangetriebene „Best Day Ever“, verbreitet unfassbar viel gute Laune. Anschließend plätschert das Recycling etwas belanglos vor sich hin, kann aber noch mit den Modernismen bei „Love Level“ und dem dramatischen und im Geschwindigkeitsrausch befindlichen Abschlusstrack „Fragments“ punkten. Debbie Harry hat mittlerweile die 70 überschritten, sprüht aber mit ihren Blondie-Kollegen auf Pollinator nur so vor Energie. Und wie gut, dass bei Blondie alles so klingt wie vor fast 40 Jahren.

„Pollinator“ von Blondie erscheint am 05.05.2017 bei BMG (Beitragsbild: Alexander Thompson).

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