A.A.Williams: Songs From Isolation – Albumreview

A.A.Williams: Songs From Isolation – Albumreview

A.A. Williams präsentiert auf „Songs From Isolation“ neun Interpretationen zum Niederknien, u.a. von Radiohead, Pixies und Nick Cave

Ein Jahr begleitet uns die Seuche inzwischen – und die Meisten haben es satt. Werden es darüber hinaus ebenso satt haben, in Texten wie diesen ständig daran erinnert zu werden. Verständlich, jedoch unmöglich in diesem Fall: Was die Londoner Multi-Instrumentalistin, die dieser Tage mit ihren BFFs von Mono unsere Republik betouren sollte, an diesem Freitag endlich veröffentlicht, wäre ohne die Pandemie nicht entstanden – und ja (Spoileralarm): Wenn wir irgendwann als Greise noch existieren und eventuellen Nachkommen von diesen Zeiten berichten dürfen, schleicht sich gewiss die übliche Floskel durch unsere (hoffentlich unmaskierten) Lippen, um die verstörten Zuhörer, die fassungslos ob der dämlichen Menschheit in den 20er-Jahren den Kopf schütteln werden, nicht zu heftig vor selbigen zu stoßen. Ihr kennt diese Floskel, sie lautet: „Es war nicht alles schlecht!“.

Isolation statt Tour

A.A. Williams Songs From Isolation Cover Bella Union

Statt den Release ihres ersten, von Sounds & Books an dieser Stelle besprochenen Studiolongplayers „Forever Blue“ on the road zu feiern, igelte sich A.A.Williams während des ersten Lockdowns im März 2020 sowie darüber hinaus daheim ein, zog die Vorhänge zu und kommunizierte mit ihren Fans darüber, welche Songs sie gerne von ihr hören würden. Williams versorgte diese mit Videoaufzeichnungen ihrer durchweg sparsam wie effektiv inszenierten Hommagen an mehr oder weniger Geistesverwandte wie The Cure oder Radiohead. Ihre gemeinsam mit den Fans getroffene Wahl bestand dabei nicht aus selten gehörten Perlen aus den hinteren Reihen des reichhaltigen Œuvres dieser Bands, sondern aus den (teilweise inflationär) gecoverten Hits: „Lovesong“ (The Cure) und vor Allem „Creep“ (Radiohead). Nur böse Zungen könnten über diese Wahl mosern, denn ihre Interpretationen sind, einmal mehr, zum Niederknien.

Die hingebungsvoll-fragile Sangeskunst von A.A. Williams

Geballte musikalische Kompetenz an Saiten wie Tasten und eine hingebungsvoll-fragile Sangeskunst veredeln diese Stücke, so dass man sie ihr gerne zum weiteren Gebrauch komplett überschreiben möchte. Bereits auf ihrer selbstbetitelten Debüt-EP (2019) faszinierte sie mit einer ultimativen Version von Dolly Partons „Jolene“, nun schiebt sie neun weitere Cover nach, sechs davon bereits via YouTube in den letzten Monaten veröffentlicht. Die Auswahl der Künstler ist erlesen (Nine Inch Nails, Deftones, Smashing Pumpkins, The Pixies, The Moody Blues), ihre Interpretationen fabelhaft. Absolute Sternstunden (neben Radiohead und The Cure) sind nach Empfinden dieses Rezensenten ihre Version von „If You Could Read My Mind“ von Gordon Ligfhtfoot sowie besonders „Into My Arms“ von Nick Cave. Apropos Cave: Kann der sie später mal mit auf Tour nehmen, bitte? Ihre hinzugewonnene Fanschar würde verdient explodieren.

„Songs From Isolation“ von A.A. Williams erscheint am 19.03.2021 bei Bella Union / PIAS. (Beitragsbild von Thomas Williams)

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