Barbarisms: West In The Head – Album Review

Barbarisms: West In The Head – Album Review

Zehn Americana-Perlen auf dem neuen Barbarisms-Album

Man kann nur hoffen, dass die persönlichen Schicksalsschläge der Barbarisms-Mitglieder erschöpft sind. Eine mysteriöse Nervenkrankheit bei Sänger und Songwriter Nichoals Faraone, Krebs im Ellenbogen bei Schlagzeuger Robin Af Ekenstam sowie eine anschließende Amputation bereits während der Aufnahmen zum gleichnamigen Debütalbum mussten Barbarisms über sich ergehen lassen. Ekenstam trommelte mit einer Prothese weiter und West in The Head ist das nunmehr dritte Album des amerikanisch-schwedischen Trios, zu dem neben Faraone und Ekenstam noch Gitarrist Tom Skantze gehört.

Barbarisms West In The Head Albumcover DevilDuck RecordsBarbarisms ist eine im besten Sinne aus der Zeit gefallene Band. Mit ihrem Old-School-Americana- und College-Rock des Vorgänger-Albums Browser traten Barbarisms als Support u.a. von Destroyer, The Burning Hell und Shout Out Louds auf. Auch auf West In The Head wagen Barbarisms den Sprung in die Seventies, klingen jedoch nicht mehr so vehement nach DIY wie auf Browser und legen noch mehr Wert auf die Melodieführung. Manche sprechen in diesem Zusammenhang dann gerne von einer Glättung des Sounds, andere hingegen von einer konsequenten Weiterentwicklung. Wie auch immer, die zehn neuen Songs auf West In The Head sind sicherlich die schönsten, die Barbarisms bisher aufgenommen haben.

Man kann sich dem liebevollen, Laid-Back-Singer-Songwriter-Charme der 70er-Jahre einfach nicht entziehen. Und so reihen sich zahlreiche Highlights wie Perlen auf der Schnur auf diesem Album. Beginnend mit dem schwelgerischen Auftakt von „Bone Beach“, wo smoothige Bläser auf sehnsüchtige und windschiefe Harmonie-Backing-Vocals treffen, über das elegante „Focus Group“, hin zu dem an Bob Dylan erinnernden Closer „Common Tongue“. Dazwischen der pittoreske Indie-Folk von „Moaning Teresa“, der ohrwurmträchtige Indie-Folk-Pop von „First Try“  und das romantisch-melancholische „Soulful Lingo“. Zehn neue Barbarisms-Songs zwischen Poesie und Humor, die von Herzen kommen und das Herz treffen.

„West In The Head“ von Barbarisms erscheint am 18.05.2018 bei DevilDuck Records / Indigo (Beitragsbild: Barbarisms, Pressefoto).

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