The Staves: If I Was – Album Review

The Staves: If I Was – Album Review

Gesanglicher Schönklang des weiblichen Geschwister-Trios

von Gérard Otremba

Beim ersten Album Dead & Born & Grown machten sich 2013 die Produzenten Glyn und Ethan Johns, die bereits die Rolling Stones, Ryan Adams, Kings of Leon und Laura Marling bei Aufnahmen betreuten, an die Arbeit, das überschaubare Instrumentarium der Staves-Schwestern ins rechte Licht zu setzen. Für den Nachfolger If I Was saß Justin Vernon, besser bekannt als Bon Iver, hinter den Reglern, der einen ähnlich guten Job wie die Johns abliefert. Über allem thronen aber natürlich die Stimmen von Camilla, Jessica und Emily Staveley-Taylor. Das britische Folk-Trio aus Watford brilliert auch auf If I Was mit entzückenden Harmoniegesängen, aufgefangen in einer Mischung aus Indie-Folk und Pop.

Die Staves scheinen das Folk-Pendant der Haim-Sisters zu sein. Ihr Sirenengesang becirct den Hörer, akustische Gitarren gehören bei fast allen Songs zum Standard, mal von sanften Keyboardklängen aufgefangen („Don’t You Call Me Anymore“, „Sadness Don’t Own Me“), mal von Hörnern flankiert („Blood I Bled“, „Damn It All“, „Horizons“), mal von Streichern umschmeichelt („Teeth White“, „Blood I Bled“, „Damn It All“) und gelegentlich darf eine volle Bandbesetzung den schwesterlichen Gesang unterstützen („Black & White“´, „Teeth White“). So findet sich der stimmliche Schönklang in perfekter Balance zwischen zärtlichen, anmutigen, manchmal lieblichen, Folk-Arrangements und gelegentlichen Ausflügen in den Midtempo-Pop-Rock („The Shining“, „Steady“). Und weil sie so herzergreifend schön singen können, bleiben The Staves bei „No Me, No You, No More“ fast unter sich und dürfen Justin Vernon, die Drummer Zach Hanson und Matthew McCaughan sowie Aufnahmetechniker Christopher Messina in „Make It Holy“ im Chor mitzwitschern. Die herrliche und überaus traurige Pianoballade „Sadness Don’t Own Me“ beschließt dann das anrührende und feingeistige Album.

„If I Was“ von The Staves erscheint am Freitag, 20.03.2015 bei Warner Music.

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.