The Strokes: The New Abnormal

The Strokes: The New Abnormal

Das neue Album von The Strokes hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck

Als die Stokes 2001 ihr Debütalbum „Is This It“ veröffentlichten, gehörte ihnen die Welt. Jedenfalls die Rock’n’Roll-Welt. Das Quintett aus New York vereinte mit seinem explosiven Garage-Rock Iggy Pop und Velvet Underground und war die mit Abstand coolste Band dieses Planeten. An diesen Höhenflug mit bahnbrechenden Songs wie „The Modern Age“, „Someday“, „Last Nite“, „Hard To Explain“, oder „New York City Cops“ kamen die Strokes nie wieder heran. Mit Abstrichen in der B-Note konnte man mit „Room On Fire“ (2003) und „First Impressions Of Earth“ (2006) noch ganz gut leben.

Das The Strokes-Comeback nach sieben Jahren Pause

The Strokes The New Abnormal Cover RCA Sony Music

Im kreativen Mittelmaß fanden sich Sänger Julian Casablancas, die Gitarristen Nick Valensi und Albert Hammond Jr., Bassist Nick Fraiture und Schlagzeuger Fabrizio Moretti im Jahre 2011 mit „Angles“ wieder. Weshalb das vierte, zumeist von 80ties-Synthies zugekleisterte und häufig langweilige Werk bei den Kollegen vom Musikexpress Einlass in die „100 besten Alben der 10-Jahre“ fand, entzieht sich meiner Kenntnis. Und an die Songs von „Comedown Machine“ (2013) kann sich sowieso keiner mehr erinnern. Man kann natürlich von einer Weiterentwicklung sprechen, allerdings ging diese Entwicklung in die falsche Richtung.  Nun also „The New Abnormal“, das Comeback-Album nach sieben Jahren Strokes-Pause. Hoffnungen auf einen Restart, der die Formation wieder in einst eingeschlagene Spur bringen würde, hegte man wohl nur noch im Verborgenen. Und selbst die sind mit dem ersten Vorabtrack „At The Door“ zunichte gemacht worden. Eine fünfminütige Synthie-Future-Pop-Ballade, bei der immerhin die Sehnsucht in der Stimme von Casablancas überzeugt. Teilweise ganz hübsch, aber ernsthaft: Möchte man das von The Strokes hören?

Ein Album mit Licht und Schatten

Das von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte „Bad Desicions“ (in dem man „Dancing With Myself“ von Billy Idol wiedererkennen kann) verbreitet den früheren Seventies-Charme, bleibt aber letztendlich die einzige mit ihrem Frühwerk in Verbindung zu bringende Nummer dieses Albums. Zu weiteren positiven Aspekten von „The New Abnormal“ zählen der verspielte New-Wave-Pop im Opener „The Adults Are Talking“, das von Casablancas mit fast gebrochener Stimme gesungene „Selfless“, die Power-Indie-Rock-Ballade „Not The Same Anymore“ sowie der melancholische Closer „Ode To The Mets“. Ja, sie sind nicht mehr dieselben wie 2001, aber den Falsettgesang bei „Eternal Summer“ sowie die Quietsch-Disco-Synthies bei „Brooklyn Bridge To Chorus“ müssen wirklich nicht sein.  „The New Abnormal“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, ein Album mit Licht und Schatten.

„The New Abnormal“ von The Strokes erscheint am 10.04.2020 bei RCA / Sony Music. (Beitragsbild: Albumcover)  

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The Strokes - Brooklyn Bridge To Chorus (Audio)

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