Sue The Night: Wanderland – Album Review

Sue The Night: Wanderland – Album Review

 

Farbenfroher und intensiver Indie-Pop aus den Niederlanden

In ihrem Heimatland wurde Sue The Night bereits vor drei Jahren als talentierte Newcomerin gefeiert. Die niederländische Songwriterin veröffentlichte damals ihr Debütalbum Mosaic, dem nun das Zweitwerk Wanderland folgt. In unserem Nachbarland bereits seit ein paar Monaten auf dem Markt, hat sich der Longplayer in den Charts etabliert, die Vinylausgabe kletterte gar auf Platz 4 der dortigen Verkaufsliste. Man kann den Enthusiasmus der holländischen Fans für  Sue The Nights Indie-Pop sehr gut nachvollziehen, besitzt Wanderland alle Zutaten für prächtiges und zündendes Pop-Album.

Sounds & Books_Sue The Night - Wanderland_CoverDer Sound dieses Albums springt einen in leuchtend-bunten Farben, obwohl die Eröffnung mit  „Wonderland“ stark am New Wave angelehnt ist und Joy Division oder frühe The Cure evoziert. Allerdings lässt die klare Stimme von Sängerin Suus de Groot erst gar keine Düsterstimmung aufkommen. Immer wieder spielen sich kristalline Gitarrenklänge in den Vordergrund, die nach und nach die Vorherrschaft über die Songs übernehmen. So ist das anschließende, bei Sounds & Books bereits zum Song des Tages gekürte, „The World Below“ nichts anderes als eine niederländische Indie-Pop-Variante einiger der schönsten Fleetwood Mac-Hits. Die Catchyness der von Sue The Night aufgetischten Melodien scheint manchmal grenzenlos und schwelgt in himmlischen Sphären bei „Mind Dear“.

Dem schillernden, kaleidoskopartigen Farbenwirbel setzt Sue The Night jedoch eine gesunde Portion Melancholie gegenüber, so daß „Melody Remody“ eine diffuse Atmosphäre erzeugt und „The Big Picture“ als klassische Songwriter-Ballade daherkommt. Hell erstrahlen wiederum das im Midtempo gehaltene „From The Wire“ sowie das euphorische „Morning Paper“, die sicherlich an Florence + The Machine erinnern. Gekonnt mit Rhythmen balanciert das am Ende opulente und bombastische „All The Roses“, und „Come To Play“ reizt die Möglichkeiten der Dramatik gekonnt aus. Ein edler Genuß das abschließende, mit einem 21-köpfigen Orchester aufgenommene „Pity Song“. Traurig, schwermütig und hochemotional. Nicht nur die Niederländer sollten an so viel Schönheit Gefallen finden.

„Wanderland“ von Sue The Night ist am 27.10.2017 bei popup-records erschienen (Beitragsbild: Janetta Verheij).

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