Florence + The Machine: How Big How Blue How Beautiful – Album Review

Florence + The Machine: How Big How Blue How Beautiful – Album Review

Florence Welch auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Pop-Karriere

Von Gérard Otremba

Jetzt startet Florence Welch richtig durch. Das neue Album How Big How Blue How Beautiful eroberte im UK bereits in der ersten Woche die Spitzenposition der Charts, in Deutschland schoss der dritte Longplayer von Florence + The Machine immerhin auf Platz drei der LP-Charts. Immer wieder erstaunlich, dass qualitativ gute Musik in Ausnahmefällen ein Massenpublikum erreicht, Florence + The Machine gehört zu diesen erfreulichen Abweichungen, und How Big How Blue How Beautiful ist ein bemerkenswertes Pop-Album voller eingängiger Hymnen, die Fans und Kritiker versöhnen. Es ist ein Longplayer, der auf wundersame Weise Lana Del Rey, Kate Perry und Feist verbindet und dem Musikinteressierten große Pop-Momente schenkt. Der Opener „Ship To Wreck“, gleichzeitig die zweite Single des Albums, ist ein genau solcher. Mehr Pop, mehr Hooks, mehr Rhythmus, mehr Euphorie, mehr Stevie Nicks und Deborah Harry in einem Song geht nicht.

Dem manchmal so herrlich manierierten Gesang von Florence Welch begegnen wir in „What Kind Of Man“, ein monumentales Stück Pop, mit prägnantem Gitarrenriff und hymnischen Bläser-Fanfaren. Im souligen Titelsong changieren die Bläser zwischen sanft-elegisch und majestätisch, während „Queen Of Peace“ im euphorischen Disco-Überschwang badet, Feist auf der Tanzfläche, angefeuert von mächtigen Bläsern und Chorus-Gesängen. Traumhaft. Zum herzzerreißenden Gesang auf „Various Storms & Saints“ klagt die Gitarre und Lana Del Rey wird wachgerüttelt. „Delilah“ dann überbordend und pathetisch, „Long & Lost“ betörend, geheimnisvoll und mystisch, „Caught“ einschmeichelnd, berührend und ins Pathetische schwankend, „Third Eye“ kommt als wuchtiger, rhythmischer Kracher daher, Kate Perry müsste vor Neid erblassen, mit wie viel Gefühl Florence Welch hier trotzdem zu Werke geht. Das anschließende „St. Jude“ fast gänzlich entrückt und das elegante, sich zeitweise ins Hymnisch-Pathetische aufschwingende „Mother“ beendet ein mit allen Wassern gewaschenes Pop-Album.

„How Big How Blue How Beautiful“ von Florence + The Machine ist am 29.05.2015 bei  Island Records / Universal Music erschienen.

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