Paul Simon: Stranger To Stranger – Album Review

Paul Simon: Stranger To Stranger – Album Review

Auch mit fast 75 Jahren zeigt sich Paul Simon auf der Höhe der Zeit

von Gérard Otremba

Seit 50 Jahren gehört Paul Simon zu den Genies im popmusikalischen Sektor, Songs wie „Sound Of Silence“, „The Boxer“, „Mrs. Robinson“ oder „Bridge Over Trouble Water“ aus seiner Zeit mit Art Garfunkel sind da nur die Speerspitze seiner vielen, vollkommen anmutenden Popsongs. Und längst fest im modernen amerikanischen und weltweiten Songbook verankert. Sein Weltmusik-Furor von Graceland gehört zu dem Besten, was die 80er Jahre musiktechnisch so hergaben und obwohl der im Oktober 75 Jahre alt werdende Simon nach der Trennung von Art Garfunkel 1970 mit Stranger To Stranger sein erst zwölftes Album veröffentlicht, war der Mann aus Newark, New Jersey, irgendwie immer präsent und auf der Suche nach adäquaten Sounds für seine Kompositionen.

Fündig wird ein Paul Simon immer, so auch für das neue Album Stranger To Stranger, bei dem ihm zum Beispiel der italienische DJ Clap! Clap! zur Seite stand und sanfte Elektronik in die Rhythmusgebilde Simons streute, wie beim mit afrikanischen Rhythmen und Beats ausgestatteten Eröffnungssong „Werewolf“, oder beim folgenden, groovenden, von Percussionklängen angetriebenen „Wristband“. Als Produzent wirkte Roy Halee, der bereits in den 60ern und bei Graceland mit Paul Simon zusammenarbeitete und auch Stranger To Stranger zu einem vortrefflichen Klanggenuss verhilft. Allein der Titelsong „Stranger To Stranger“ ist sein Geld wert, hier zeigt Paul Simon wieder mal seine ganze Klasse. Den Song umweht eine mysteriöse, zarte, sehnsuchtsvolle, durchaus traurige Aura, mit elegischem Flöten- und Hornspiel perfekt in Szene gesetzt.

Ähnlich intensiv fallen das mäandernde, teils dramatische „Proof Of Love“, das instrumentale, intim-verletzliche „The Garden Of Edie“ sowie das abschließende, mit einem Chromelodeon, einem auf 43-teilige Oktaven gestimmtes Harmonium, aufwartende „Insomniac’s Lullaby“ aus. Dazwischen immer wieder pulsierende und polyrhythmische Songs wie „“In A Parade“ oder „Street Angel“. Stranger To Stranger hört sich wie ein mit neuen Songs bestücktes Best-Of-Album Paul Simons an. Auch mit knapp 75 Jahren zeigt sich Paul Simon auf der Höhe der Zeit.

„Stranger To Stranger“ von Paul Simon ist am 03.06.2016 bei Concord Records / Universal Music erschienen.

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