Dropkick Murphys: Turn Up That Dial

Dropkick Murphys:  Turn Up That Dial

Eigentlich reicht es zu sagen: Gibt ne neue Dropkick Murphys morgen. Wen das juckt, kann kaufen gehen. Oder?

Was soll man groß schreiben über Neuveröffentlichungen von Bands, die sich nicht großartig weiter entwickeln. Man kann das zu einem Vorwurf machen, gäbe es nicht Dutzende Formationen im Rock‘n‘Roll, die gerade durch Beständigkeit legendär geworden sind und dadurch auf Dauer nicht enttäuschten. Zwei meiner absoluten Lieblingsbands gehören zu eben diesen. Also erzählt man etwas über Veränderungen zum Beispiel im Umfeld, und ja, das kann man auch bei den Murphys machen, da gibt es was.

Online-Gigs der Dropkick Murphys

Dropkick Murphys Turn Up That Dial Cover Born & Bred Redords

Zum Beispiel: Der Co-Sänger wie bisherige Bassist Ken Casey hat den Viersaiter aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen müssen und genießt bei Live-Gigs nun den frisch gewonnenen Bewegungsspielraum, während Neuzugang Kevin Rheault das Instrument nun hauptamtlich betreut. Live-Gigs? Langweilig ist der Irish-Folk-Punk-Institution aus Boston diesbezüglich nicht, sie streamen zur Erbauung ihrer Fans sowie auch ihrer selbst ständig Online-Gigs, den nächsten, eine Veröffentlichungsparty, am Sonntag den 2. Mai.

Mit ernsthaften Texten hält sich die Crew einmal mehr zurück zugunsten der von ihnen geschätzten Feiertauglichkeit. Ausnahmen: Bei „Chosen Few“ bekommt Trump noch mal eins mit. „Wish You Were Here“ am Ende wiederum verarbeitet eindringlich den Tod von Al Barrs (Hauptsänger der Murphys) Vater. Noch was? Der Produzent ist, wie seit den letzten drei Scheiben, Ted Hutt, den die Murphys laut Casey als „achtes Bandmitglied“ betrachten (Ox). Also auch nichts Neues. Höchstens eine Sache: Trotz des qualitativ hochwertigen Zelebrierens des musikalischen Stillstandes gibt es immer eine wackelige Situation, die da lautet: Zünden die Songs, beziehungsweise, wie viele tun es?

Beruhigt den Flaschenöffner holen

Verleitet die neue Murphys eher zum Sitzenbleiben oder bekommt man instant Bock, das Bier aufzureißen und zwischen den Möbeln umherzuspringen? Zweifler können beruhigt sein und den Flaschenöffner holen, „Turn Up That Dial“ knallt vom Feinsten und macht unbändig Laune – musikalisch dabei komplett stinkerfrei;  das gelang den Jungs bisher ja auch nicht immer. Die Texte sind im schlechtesten Falle nichtssagend oder uninteressant, manchmal aber auch durchaus witzig, wie „Mick Jones nicked my pudding“ beweist.

Die beiden Lieblingsbands, von denen ich weiter oben sprach, sind übrigens Motörhead sowie die Ramones. Wenn ich recht überlege, gehören die Murphys eigentlich in die gleiche Liga. Also: Gibt ne neue Dropkick Murphys. Geht kaufen.

„Turn Up That Dial“ von Dropkick Murphys erscheint am 30.04.2021 bei Born & Bred Records / PIAS. (Beitragsbild: Pressefoto)

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