Sebastian Block: Dorngrund – Albumreview

Sebastian Block: Dorngrund – Albumreview

Kreativ und poetisch: Das neue Album des Songwriters Sebastian Block

Corona wirbelte auch den Zeitplan für Sebastian Block durcheinander. Fast alle Songs des neuen Albums „Dorngrund“ waren vor dem Pandemie-Ausbruch geschrieben, die Aufnahmen fanden jedoch erst im Sommer 2020 im Berliner Hinterhofstudio statt. Dort versammelten sich um den Brandenburger Songwriter noch Keyboarder Patrick Reising (Dota, Tele), Bassist Jörg Holdinghausen (Wir sind Helden, Teitur), Schlagzeuger Max Schröder (Tomte, Olli Schulz) sowie Gitarrist Max Ecker. Mit dieser versierten Crew  im Rücken, und Francesco Wilking als Gastsänger, nahm Block seinen nach „Bin ich Du“ (2011), „Der Mond ist schuld“ (2015) und „Wo alles begann“ (2018) vierten Longplayer in Angriff.

Sebastian Block zwischen Blumfeld und Gisbert zu Knyphausen

Sebastian Block Dorngrund Cover Unserallereins

Das Ergebnis kann sich mehr als hören lassen. Elf  neue Songs sind auf „Dorngrund“ versammelt, mit denen Sebastian Block gekonnt die Gefilde zwischen Indie- und Songwriter-Pop auslotet. Den Weg zum klassischen Liedermachertum findet er gar in „Gewesen sein“, wo wir uns dann verträumt bei Reinhard Mey wähnen. Der für dieses Genre typischen akustischen Gitarre räumt Sebastian Block im zweiten Teil des Albums, wo sich „Gewesen sein“ auch befindet, großen Raum ein. Songs wie „Fenster“, „Ufer“ oder das instrumentale Titelstück verbreiten eine nachdenkliche, manchmal versponnene Ruhe, in der Blocks Beobachtungen und Gedanken sich entfalten. Blocks Songwriter-Indie-Pop findet seine Referenz bei Kollegen wie Gisbert zu Knyphausen („Alles ist wie es bleibt“, „Keine Bewegung“) und erinnert in seiner Sangeskunst sogar an Blumfeld („Bildlich“, „Keine Bewegung“).

Kreativ und sympathisch

Mit dem Shufflle-artigen „Keine Bewegung“ gelingt ihm ein potentieller Indie-Hit samt Tocotronic-Bezug („Oh nein, Du musst kein Teil einer Bewegung sein, um zu verstehen, dass hier etwas nicht stimmt“) samt „Unter meinem Bett“-Kinderchorbegleitung. Blocks musikalische Bandbreite reicht aber das beschriebene Songwriter-Indie-Pop-Genre hinaus und streift eine Art Synthie-Reggae („Böser Traum“) und angejazzten Blues („Der einfache Weg“). Das alles ist sehr kreativ. überaus poetisch und wahnsinnig sympathisch.

„Dorngrund“ von Sebastian Block erscheint am 30.04.2021 bei Unserallereins. (Beitragsbild von Jan Beumelburg)

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