Alpentines: Blackness – Albumreview

Alpentines: Blackness – Albumreview

Die Kölner Band Alpentines mäandert stilsicher zwischen Indie-, Prog- und Cosmic-Rock

„Blackness“ heißt das zweite, auf „Silence Gone“ von 2018 folgende Album von Alpentines. Die Kölner Indie-Rock-Band versammelt darauf zwar lediglich sieben Songs (davon ein kurzes Zwischenspiel) mit einer Lauflänge von insgesamt gut 25 Minuten, zeigt aber in der gebotenen Kürze der Zeit die Mannigfaltigkeit des Genres.

Alpentines auf den Spuren von Radiohead

Alpentines Blackness Cover Unter Schafen Records

Das Quartett, bestehend aus Kay Lehmkuhl, Kurt Fuhrmann, Marian Menge und Philipp Gosch – als Mitglieder der Bands Lichter, Tulp und Voltaire haben sie es im Kölner Raum zu einer gewissen Bekanntheit gebracht –, das wir bereits im Dezember 2016 mit einem Song des Tages bedachten, zeigt sich auf „Blackness“ von einer experimentelleren Seite als noch auf dem Debüt. Alpentines kreisen nun endgültig in den Radiohead-Sphären. Mit der Zeile „Let’s fill our hearts with blackness“ eröffnet die Formation den titelgebenden Track des Albums, doch mit eventuell befürchteten Dark-Wave-Verweisen werden wir im Folgenden nicht wirklich konfrontiert. Vielmehr verweben Alpentines ihren Indie-Rock mit Electronica, Prog- und Cosmic-Rock. Die Gitarrenarbeit beim Titelsong „Blackness“ etwa changiert zwischen störrigem Underground und Pink-Floyd-Schönheit. Als handle es sich hierbei um einen modernen Soundtrack zum Film „2001 – Odyssee im Weltraum“.

Entrückt, vertrackt und hypnotisch

„Sharks In Pictures“ hingegen verwöhnt die Ohren mit melodiebetontem Indie-Pop der Post-Rock-Generation. Aber selbst hier bleiben sich Alpentines ihrer arty Ausrichtung des Albums treu. Zum Indie-Hit taugt der Song natürlich trotzdem. Und gar zum Beinwippen lädt der zeitlupenhafte Groove von „Endure As Exercise“ ein, ein Song, in den die vier Herren einen lässigen Folk-Rock-Flow einfließen lassen. Düsterer und bedrohlicher fällt dagegen „Juner“ aus, während „Low Light“ von einer entrückten Lieblichkeit lebt. Beim abschließenden „And The Night“ findet die Band sogar auf vertrackte und hypnotische Weise die Lücke zwischen Jeff Buckley und The Divine Comedy. Faszinierende Alpentines-Welten.

Blackness“ von Alpentines erscheint am 08.05.2020 bei Unter Schafen Records / Alive. (Beitragsbild: Pressefoto)      

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