Blood Red Shoes: Get Tragic – Albumreview

Blood Red Shoes: Get Tragic – Albumreview

Das englische Duo Blood Red Shoes nach der Neufindung

Nach fast zehn von Tourneen und Plattenaufnahmen geprägten Jahren benötigten Laura-Mary Carter und Steven Ansell dann doch auch dringend mal eine Pause. Die beiden Musiker hinter Blood Red Shoes seien nach Aussage von Ansell letztendlich an einem kurz vor der Implosion stehenden Punkt angekommen. Das war bereits bei der Fertigstellung ihres letzten, selbstbetitelten Albums 2014 der Fall, eine Tour folgte dennoch, anschließend eine Unterbrechung des musikalischen Alltags. Die Blood Red Shoes also auf dem Scheideweg ihrer Karriere und so verwundert die für die Band notwendige Neufindung auf Get Tragic nicht. Zumal ihr gewaltiger Alternative-Rock vor fünf Jahren mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hatte.

Blood Red Shoes und der neue Synthie-Sound

Die zehn neuen Songs hat Produzent Nick Launay (Yeah Yeah Yeahs / Arcade Fire / Nick Cave And The Bad Seeds) in Los Angeles aufgenommen, der gleichzeitig maßgeblich für neue Impulse beim englischen Rock-Duo sorgte. Und so überrascht der Get Tragic-Opener „Eye To Eye“ mit dominierenden Synthie-Flächen und einem strahlenden Pop-Refrain. Man verbindet das gehörte nicht wirklich mit den Blood Red Shoes und auch der wilde polyrhythmische Perkussion-Wirbel in „Mexican Dress“ ward in dieser Form bei Laura-Mary Carter (Gitarre, Gesang)  und Steven Ansell (Schlagzeug, Gesang) noch nicht gehört. Zum gewohnt opulenten, sehr vitalen Riff-Rock finden die beiden erst bei „Bangsar“ wieder. Carters Gesang bei „Nearer“ fällt verzerrt-dramatisch aus und „Beverly“ gerät zu einer düster-dräuenden, aber verführerischen Synthie-Pop-Nummer.

Radikaler Wandel

„Find My Own Remorse“ hingegen kokettiert mit Folk und psychedelischen Mustern auf sanft-anmutige Art. „Silence is my only friend“, singt Steven Ansell hier und wer hätte das alles vor wenigen Jahren gedacht? Die Blood Red Shoes zeigen sich von einer wahrlich veränderten Seite. Ein fast schon radikaler Wandel, der dem Duo aber gut zu Gesicht steht. So richtig straight vorwärts geht es nur im nervösen und am Ende abrupt abgewürgten „Howl“. Hat man sich an den neuen Blood Red Shoes-Sound gewöhnt, dann hält Get Tragic mit „Anxiety“, „Vertigo“ und „Elijah“ am Ende jedoch noch drei Perlen parat.

„Get Tragic“ von Blood Red Shoes erscheint am 25.01.2019 bei Jazz Life / Republic Of Music / Rough Trade (Beitragsbild: Nedda Afsari).

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