The Green Apple Sea: Directions – Albumreview

The Green Apple Sea: Directions – Albumreview

Prachtvolles Comeback der fränkischen Americana-Indie-Folk-Pop-Band The Green Apple Sea

Und dann hat sich Stefan Prange rar gemacht. Vor acht Jahren erschien mit Northern Sky, Southern Sky das bis dato letzte Album seiner Band The Green Apple Sea, anschließend hat sich der Kopf des Kollektivs von Nürnberg aufs Land verabschiedet, sagte dem Musikleben langsam „Tschüss“, trainierte Fußballnachwuchs und züchtete Kartoffeln. Ein Musikbusinessaussteiger par excellence, der aber von den Songs nicht lassen konnte (oder diese von ihm), und der sich in den letzten Jahren peu à peu wieder in die Musikbranche zurückarbeitete.

The Green Apple Sea Directions Albumcover K&F RecordsAuf Open-Mic-veranstaltungen testete er die neu entstandenen Songs, dann war der Punkt gekommen, die Stücke mit seiner Band aufzunehmen. Doch der Aufnahmeprozess zu Directions zog sich hin. Vier Jahre dauerte es, um den eigenen Ansprüchen zu genügen, nun liegt das Album endlich vor. Allein, alle Mühen waren lohnenswert, die elf neuen Songs auf Directions sind so unendlich liebevoll arrangiert, dass einem sofort das Herz aufgeht. Der Americana-Indie-Dream-Folk-Pop von The Green Apple Sea setzt auf feinsinnige Melodien und Harmoniegesänge, dass es eine Pracht ist. Schon der Opener „Doc Watson Dream“, bei Sounds & Books bereits zum Song des Tages gekürt, ist ein verführerischer Country-Indie-Dream-Pop-Song mit größtmöglichem Wohlfühlfaktor, liebreizend, leichtfüßig, sehnsüchtig und graziös.

Mit traumhafter Sicherheit bewegen sich The Green Apple Sea auch im Fleetwood Mac-Kosmos beim anschließenden „Floaters“, das sich aber immer noch die Indie-Note bewahrt, den Westcoast-Appeal atmet und die Hörer mit seinem flauschigen Sound erwärmt. Verliebenswert. Trotz der langen Aufnahmephase wirkt auf Directions das Zusammenspiel trotz großer Melancholie so leicht und unbeschwert, wie das beschwingte „Please Slow Down“ in schönster Form beweist. Aus dem weiteren Fundus dieser sehr anmutigen Songs ragen das fließende „Which Side Are You On“, das hippieske „There’s Nothing Wrong With Love“ sowie das an Fleet Foxes erinnernde „December“ heraus. Directions ist ein ganz wunderbares Comeback-Album geworden, The Green Apple Sea haben nach acht Jahren die richtige Richtung eingeschlagen.

„Directions“ von The Green Apple Sea ist am 18.05.2018 bei K&F Records / Broken Silence.

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