Wes Buckley: Eggs – Album Review

Wes Buckley: Eggs – Album Review

Vielfältiges Americana-Songwriter-Album

von Gérard Otremba

Der aus New England stammende Wes Buckley scheint ein getriebener Musiker zu sein. Gar siebzehn Veröffentlichungen sind in den letzten zehn Jahren von ihm erschienen, in verschiedenen Konstellationen, darunter ein Album mit dem Folk-Sänger Michael Hurley. Und bereits vor seiner Solo-Karriere sammelte Wes Buckley musikalische Erfahrung in diversen Bands. Zudem beweist sich Wes Buckley als Multi-Instrumentalist und spielt auf seinem aktuellen Album Eggs Gitarre, Mandoline, Piano, Rhodes, Saxophon und bei „Keep Walkin‘“ noch Synthesizer und Bass.

Eggs ist ein vielfältiges Americana-Singer-Songwriter-Album geworden, das mit dem in der Tradition von Lou Reed / John Cale stehenden, von Gitarre und Percussion begleiteten narrativen Monolog bei „Joey’s Soul“ beginnt. „Bord Of Prey Advice“ überzeugt mit harmonischen Americana-Country-Folk-Rock-Melodien der Marke Ryan Adams, eine gewisse DIY-Attitüde ist dem Song dennoch nicht abzusprechen. Kerniger Roots-Rock-Rock’n’Roll zwischen Creedence Clearwater Revival und Chuck Ragan begegnet uns bei „I Can’t Help It“, während „Liberty Balloon“ auf dunklere Töne setzt und verloren zwischen Percussion, Piano und Gitarren mäandert.

Exzentrisch und mit schrägen Violinen versetzt der Freak-Folk von „We All Fly“, an John Prine, Jackson Browne und Andrew Bird mahnend das Songwriting beim großartigen wie kurzen „Not Me“, die Grandezza eines Leonard Cohen, Bob Dylan und Chris Cacavas evozieren gar das sanft dahingleitende „We’ll See“ und das nicht minder eindrucksvolle, elegische „Heaven Ain’t So Pretty“. Auf die dunkle Seite des Mondes schaut dann noch das abschließende „Keep Walkin‘“, getragen, fast schon sinister und sehnsüchtig. Merkwürdig, dass man von Wes Buckley in deutschen Landen bis dato wenig vernommen hat. Das darf sich zukünftig gerne ändern.

Wes Buckley ist ab heute für einige Konzerte in Deutschland unterwegs:

22.07. Berlin, Madame Claude

26.07. Düsseldorf, Cube

27.07. Köln, Limes

28.07. Oldenburg, Litfass

29.07. Hamburg, Komm Du

30.07. Hamburg, Astra-Stube

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