Neil Young + Promise Of The Real: The Monsanto Years – Album Review

Neil Young + Promise Of The Real: The Monsanto Years – Album Review

Neil Young bastelt weiter an seinem Hippie-Traum, rettet die Erde und macht gute Musik

von Gérard Otremba

Bei Neil Young muss man immer mit musikalisch halsbrecherischen Wendungen rechnen, und dann kann es passieren, dass plötzlich mit Storytone ein Orchester-Album vorliegt. Das interessiert dann eigentlich nur noch Neil Young selbst, doch man gönnt ihm ja seine Schrullen. Mit The Monsanto Years ist der Kanadier wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück und obwohl seine allseits geliebte Begleitband Crazy Horse hier nicht mit von der Partie ist, klingt das Album aber haargenau nach eben jener genialen Konstellation, die uns zuletzt mit Psychedelic Pill so erfreute. Promise Of The Real, die Band der beiden Willie Nelson-Söhne Lukas und Micah, findet ganz locker den Crazy Horse-Rhythmus und stolpert, poltert und scheppert munter drauf los. Neil Young ist, ähnlich wie Bruce Springsteen mit Wrecking Ball, gekommen, um das Böse (faschistoide Politiker, Großfirmen wie Monsanto und Banken) anzuklagen und mit seinen Idealen (Liebe, Harmonie, Naturverbundenheit) den Planeten zu retten.

Und so heißt der Eingangssong dann gleich „A New Day For Love“ und es ist ein guter Tag, wenn Neil Young und Promise Of The Real mit ihrem Rumpelpathosrock und feierlichen Chorgesängen den Erhalt der Erde und Liebe preisen. Die Mundharmonika in „Wolf Moon“ katapultiert uns in die Harvest Moon-Zeiten und das aufgekratzte „People Want To Hear About Love“ lässt Mirror Ball und Ragged Glory wieder auferstehen, herrlich, wie sich Neil Young wieder mal durch sein Gitarrenspiel fräst und alles einem Garagen-Jam ähnelt. Das epische „Big Box“ changiert zwischen vom Winde verweht und offensiver Gitarrenpower, „Love And Only Love“ trifft „Cortez The Killer“. Im Shuffle-Rock „A Rock Star Bucks A Coffee Shop“ pfeift sich Neil Young einen, während „Workin‘ Man“ den Polter-Blues-Rock in neue Dimensionen treibt. „Rules Of Change“ wechselt von fies zu lieblich und der Titelsong „Monsanto Years“ klingt teilweise genauso bedrohlich wie der besagte Konzern sich in den Augen Youngs nur sehen lässt. Mit dem abschließenden „If I Don’t Know“ klingt The Monsanto Years gemächlich aus, ein Album mit vielen richtig guten Neil Young-Songs.

„The Monsanto Years“ von Neil Young erscheint am 26.06.2015 bei Reprise / Warner Music.

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