Midnight Sister: Painting The Roses

Midnight Sister: Painting The Roses

Ein vielschichtiges zweites Album des LA-Duos Midnight Sister

Midnight Sister melden sich zurück. Und wie! „Painting The Roses“ heißt das Nachfolgealbum ihres 2017 veröffentlichten Debüts „Saturn Over Sunset“ und jedem, der sein Herz am Songwriter-Pop, Disco, Filmmusik, Soul und R&B der 70er-Jahre verloren hat, wird nun eben jenes vor Freude gewaltig höher schlagen. Midnight Sister, das sind Sängerin Juliana Giraffe und Multi-Instrumentalist Ari Balouzian, die das kalifornische Los Angeles als ihre Heimatstadt nennen dürfen. Dem Westküsten-Yachtrock gibt sich das Duo  zwar nicht wirklich hin, aber eine gewisse Unbeschwertheit schimmert immer wieder durch die häufig komplex aufgebauten Arrangements auf „Painting The Roses“.

Midnight Sister fühlen sich im Sound der Seventies wohl

Midnight Sister Painting The Roses Cover Jagjaguwar

Wie beim Opener „Doctor Says“, das Fleetwood Mac, The Byrds und ELO mit dem zeitgemäßen Indie-Pop vereint. Foxygen werden wahrscheinlich ziemlich neidisch sein. Giraffe’s Stimme geschuldet fühlt man sich bei den zwölf auf dem Album befindlichen Songs abwechselnd an Nico, Aldous Harding oder Lene Lovitch erinnert. Oder auch an Faye Webster, deren geschmeidiger R&B-Folk in „Satallite“ eine Neuauflage erfährt. Beim majestätischen „Foxes“ treffen die Beatles (circa „Let It Be“-Phase“) auf Weyes Blood, deren Musik im getragenen „Dearly Departed“ wohl ebenfalls als Inspirationsquelle diente. Midnight Sister binden allerdings noch ein wildes Saxophon ein und entführen den Song vom gediegenen Seventies-Songwriter-Pop in schwindelerregende Feierlichkeits-Pop-Höhen. Den elegisch-dramatischen Vintage-Filmscore-Sound beherrscht die Bnad ebenfalls perfekt, wie „My Elevator Song“ und „Song For The Trees“ beweisen.

Ein detailverliebtes Album

Dazwischen geht es bläser- und streicherverstärkt und mit viel Bassgroove direkt auf Disco-Fläche, „Sirens“ und „Limousine“ heißen die glamourösen Tanzfeger. Ganz sanftmütig und dreampopartig erklingen Midnight Sister in „Tomorrowland“ und „Wednesday Baby“ entwickelt sogar Lullaby-Charakter. Ähnlich behutsam findet das Duo im von Flöten- Harfen- und Streicherklängen umrankten Titeltrack „Painting The Roses“ den passenden Albumschluss. Viel los auf diesem detailverliebten Album, das man in Dauerschleife hören möchte und immer wieder neue Sounds auffallen.

„Painting The Roses“ von Midnight Sister“ erscheint am 15.01.2021 bei Jagjaguwar / Cargo Records. (Beitragsbild von Nicky Giraffe)  

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