Beach House: Depression Cherry – Album Review

Beach House: Depression Cherry – Album Review

Wohltuender und kuscheliger Dream-Pop

von Gérard Otremba

Drei Jahre nach ihrem letzten Album Bloom melden sich Beach House zurück. Das Duo aus Baltimore spielt auch auf seinem fünften Album „Depression Cherry“ feinsten Dream-Pop. Die französische Sängerin und Keyboarderin Victoria Legrand sowie der amerikanische Gitarrist Alex Scally haben neun neue harmoniesüchtige Songs komponiert, die auf sanften Synthieflächen schweben und von zarten Gitarrenparts getragen werden. Der einnehmende und abgehobene Gesang von Victoria Legrand macht den reduzierten Wohlfühl-Sound perfekt, der nur selten, wie in „Sparks“, von einer aufgekratzten Gitarre aufgeschreckt wird und sich im Shoegazer-Genre wiederfindet. Die Kompositionen von Beach House sind auf Depression Cherry von entrückter Schönheit, erhaben mithin, aber natürlich auch von einer verwehten Leichtigkeit. Melancholie („Space Song“) und durchaus auch Schwermut („Wildflower“, „Bluebird“) gehören zum Beach House-Kosmos trotzdem dazu. Versponnen gerät der Auftakt mit „Levitation“, die Zeit bleibt stehen und läuft während des ganzen Albums kaum vorwärts, das Hier und Jetzt zählt, darf aber in „Beyond Love“ in romantischer Wehmut kosmische Sphären erkunden. In „10:37“ ruht sich der Beach House-Dream-Pop auf Kuschelwolken aus, in „PPP“ erreicht er die dichte Atmosphäre diverser Mazzy Star-Songs und dem abschließenden „Days Of Candy“ stülpen Beach House einen sakralen, reinen und doch pathetischen Überbau auf. Ähnlich wie das Dream-Pop-Duo Boardwalk verzücken Beach House ganz außerordentlich und man möchte sich sofort in eine Decke einkuscheln, Tee trinken und den ans Fenster klopfenden Regentropfen zuschauen.

„Depression Cherry“ von Beach House erscheint am 28.08.2015 bei Bella Union / PIAS Cooperative.

BEACH HOUSE ** "SPARKS" (OFFICIAL AUDIO STREAM)

Kommentare

  • CallMeAppetite

    Schöner Text.
    Am Wochenende wird mal wieder die Schweizer Pampa aufgesucht und somit ist mangels alternativem Programm genug Zeit für neue Musik vorhanden. Nebst Destroyer wird dann auch ausgiebig die Beach House gehört werden. Die Vorgänger waren ja allesamt grandios.

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