Black Rebel Motorcycle Club: Wrong Creatures – Album Review

Black Rebel Motorcycle Club: Wrong Creatures – Album Review

Die Rückkehr der Lederjacken

Nun ist es endgültig geschehen: Erstmals, so das Jahresresümée des amerikanischen Chartmonopolisten Nielsen, war 2017 die Rockmusik nicht mehr das einnahmenträchtigste Genre in den USA. Stattdessen dominieren nun Hip-Hop und R&B den Zeitgeist. Die letzte große Welle an interessanten und vor allem gefährlichen Gitarrenbands gab es Anfang des Jahrtausends. Seitdem: gähnende Leere.

Dass nun ausgerechnet eine Rockband das erste Ausrufezeichen des neuen Jahres setzen würde, ist somit eine faustdicke Überraschung. Dass es zudem eine ist, die eben zu jener letzten Welle an eindrücklichen Acts gehörte, lässt nicht weniger aufhorchen. Doch Black Rebel Motorcycle Club hauchen mit „Wrong Creatures“ dem schwächelnden Patienten Rock neues Leben ein. Das Trio aus Kalifornien, das mit seinem Look immer schon eher an eine Motorradgang erinnerte, klingt auf seinem achten Alben so, wie man es von ihnen gewohnt ist: Sie vereinen bluesigen Rock‘n‘Roll, lärmende Psychedelia und düstere Atmosphären. Im Gegensatz zu ihren letzten Alben hat „Wrong Creatures“ aber endlich auch wieder starkes Songmaterial an Bord.

Ob das echogetränkte „Spook“, das trostspendende „Question Of Faith“ oder das treibende „Little Thing Gone Wild“:  Peter Hayes, Robert Levon Been und Leah Shapiro stampfen und noisen sich durch insgesamt zwölf neue Stücke, die das Rad nicht neu erfinden, aber daran erinnern, was Rock im besten Falle tun kann: Kräfte freisetzen, Ängste einjagen, den Kopf freipusten. Auch in ihren psychedelischen Momenten – etwa in „Circus Bazooka“ – bleiben BRMC herrlich bedrohlich. Der Closer „All Rise“ klingt wie die Beschwörung eines ruhenden Riesen. Bleibt zu hoffen, dass der sich nochmal aufrafft. „Wrong Creatures“ wäre ein geeigneter Weckruf.

„Wrong Creatures“ von Black Rebel Motorcyle Club erscheint am 12.01.2018 bei Abstract Dragon / PIAS Cooperative.

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