Amy Macdonald live in Hamburg – Konzertreview

Amy Macdonald live in Hamburg – Konzertreview

 

Wohlfühl-Pop-Rock bei Dauerregen

Amy Macdonald fühlt sich ganz wie zu Hause. Lotrecht fallenden, schottischen Landregen hat die aus Glasgow stammende Musikerin mitgebracht und jetzt wüssten die Hamburger, wie es sich im Sommer in ihrer Heimat anfühle, meint die 29-jährige Macdonald während ihres Auftritts am 24.07.2017  im Hamburger Stadtpark, wo sie bereits 2013 gastierte. Es fühlt sich mies an. Viel besser fühlt sich jedoch Amy Macdonalds Musik an. Trotz Dauerregens ist die beschauliche Arena am nordöstlichen Rand des Stadtparks in Winterhude proppenvoll. Die Musik von Amy Macdonald findet generationsübergreifenden Anklang und dementsprechend ist das Publikum nicht nur aufgrund der zahlreichen verschiedenfarbigen Regenponchos bunt gemischt.

Und weil sich alle auf Macdonalds radiokompatiblen, hymnischen Pop-Rock und Songwriter-Folk einigen können, funktioniert das befehligte Klatschen, Armeschwenken und Winken der Fans ganz hervorragend an diesem wettertechnisch für ein Open-Air-Konzert so betrüblichen Abend. Welche Setlist Amy Macdonald auch immer präsentiert, am Ende ist es eine Art Best-Of ihrer an Ohrwürmern nicht gerade armen und doch noch sehr jungen, zehnjährigen Plattenkarriere. Im Mittelpunkt stehen selbstverständlich die Songs ihres vierten Albums Under Stars, von dem Macdonald insgesamt sieben Titel spielt, mit dessen Titeltrack sie mit ihrer fünfköpfigen Herrenband das Konzert beginnt und mit „Don’t Tell Me That It’s Over“ und „Sparks“ zwei Hits von der 2010 veröffentlichten  Platte A Curious Thing folgen lässt.

Es sind die vielen melodiösen Uptempostücke, die an Macdonalds Auftritt entzücken. Während „Love Love“ schon ins Possierliche driftet, wird „Run“ mit feierlichem Pathos zelebriert und „Life In A Beautiful Life“ mit der gebotenen himmlischen Hymnik vorgetragen (obwohl vom Himmel an diesem Tag nichts zu sehen ist). In der Mitte des Gigs erfahren „4th Of July“ und „Leap Of Faith“ eine Entschlackungskur, bevor die Hymnik sonst überbordende Ausmaße erführe. Immer wieder sucht Amy Macdonald das Gespräch mit den Fans, bedankt sich gefühlt tausendfach für das Kommen und für die „amazing audience“, schießt Erinnerungsfotos mit ihrem Smartphone und lässt sich ihre Tasse Tee schmecken. Ganz zum Schluss darf die letzte Zugabe „Let’s Start A Band“ dann auch richtig rocken und ansonsten fühlen sich alle pudelwohl bei der Wohlfühlmusik von Amy Macdonald. Denn so lange sie mit ihren Songs beschallt werden, ist 4000 Hamburgern der schottische Landregen für 90 Minuten schietegal.

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