Adna: Closure – Album Review

Adna: Closure – Album Review

Mit Adnas Dark-Folk-Songs aus der Nacht in den Tag gleiten

Die Musikkarriere der schwedischen Songwriterin Adna war vorgezeichnet. Bereits in jungen Jahren manifestierte sich bei der 1994 als Tochter bosnischer Einwanderer geborenen Adna Kadic der Wunsch, die Musik später einmal  in den Lebensmittelpunkt zu stellen. Ihren Werdegang forcierte sie während des Schulunterrichts und im anschließenden Musikstudium. Ihre selbstbetitelte Debüt-EP veröffentlichte sie im Alter von 18 Jahren, 2014 folgte der Album-Erstling Night, dem nur ein Jahr später das Zweitwerk Run, Lucifer folgte. Dazwischen zog Adna nach Berlin, wo sie nach wie vor wohnt.

Adna textet zunächst in schwedischer Sprache, bevor sie die Originale ins Englische überträgt. Ihre Songs entstehen zumeist in den Nachtstunden, wenn sie die Ruhe und die Muse für die nötige Inspiration findet. Das albumtitelgebende Wort „Closure“ fiel Adna beim Improvisieren für den letzten Song des Albums ein. „I remember feeling great relief and hopefullness – it felt like a closure“, legt Adna ihre Gedanken frei. Die innere Dunkelheit hat sie für das neue Album erkundet, wollte dabei aber Licht und Schönheit sehen.

Die hat sie definitiv entdeckt, denn trotz der teils düsteren Schwere, die über einzelnen Kompositionen lastet, schimmert in vielen Songs die Helligkeit durch. Manchmal sind es fast liebliche Passagen, mit denen Adna uns becirct. Wenn beispielsweise eine verloren-sehnsüchtige Gitarre „Thoughts“ eröffnet und anschließend  Adnas melancholischen Gesang umschmeichelt, bevor Drums und Piano ins Feierliche fallen. Jene E-Gitarre bildet im intensiven Kammerpop-artigen „Soaked Eyes“ den Cello-Kontrapart, ein fragiles Songgebilde, das durch hell strahlende Backing Vocals zusammengehalten wird, ein weiteres typisches Merkmal diverser Tracks, und leitet auch das sehnsüchtige „Overthinking“ ein.

Erfreulich, dass feierliches Pathos auf Closure nie ins Bombastische schwenkt, wie es im Titelstück leicht hätte passieren können. Doch wird der zarte Kern der Komposition lediglich durch markante Schlagzeugeinsätze flankiert. Adnas Songs sind geschmeidiger Art, in sich versunken und berührend wie das traurige „Leave“ oder das majestätisch dahinfließende „If“. Erhaben gleitet sie in „Hide In Me Smoke“ aus der Nacht durch die Morgendämmerung und entlässt den Hörer mit dem nicht minder würdevollen „Someone’s Someone“ in den neuen Tag. Closure versammelt einige wahrlich wunderschöne und intensive Dark-Folk-Indie-Popsongs.

„Closure“ von Adna ist am 17.03.2017 bei Despotz Records erschienen.

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