Texas: The Conversation

Texas: The Conversation

Bester Mainstream Pop-Rock von Texas

von Gérard Otremba

Texas_Album

Für Bands wie Texas ist der Begriff des Pop-Rock geradezu erfunden worden. Und schöneren Mainstream orientierten Pop-Rock, wie ihn in die schottische Formation Texas über weite Strecken ihrer Karriere spielte, kann man kaum komponieren. Wie damals 1989 auf Southside, ihrer ersten Platte. Die Slide-Gitarre von Ally McErlaine auf „I Don’t Want A Lover“, dazu der einnehmende Gesang von Sharleen Spiteri, da machte das Radiohören wieder Spaß. Dass Spiteri, McErlaine und Bassist John McElhone schon vor einem Vierteljahrhundert mit melodiösem und herrlichem Pop aufwarten konnten, bewiesen sie mit „Thrill Has Gone“. Alben zwei und drei, Mothers Heaven und Ricks Road, waren ordentliche Nachfolger von Southside, doch so richtig zündete es erst wieder 1997 mit White On Blonde, wo sich mit „Say What You Want“, „Drawing Crazy Patterns“, „Halo“, „Put Your Arms Around Me“ sowie „Black Eyed Boy“ einige ihrer besten und bekanntesten Songs versammeln. Zwei Jahre später waren sie dann mit ihrem Riesenhit „Summer Son“ in Abba-Pop-Gefilde gerutscht und in den Nuller-Jahren verloren sie sich dann endgültig im belanglosen Dancefloorkitsch. Es war keine gute Zeit für Texas und ihre Songs waren es auch nicht. Das war schlichtweg nicht ihre Baustelle. Doch nun sind sie nach acht Jahren Pause mit „The Conversation“ zurück und scheinen die Reset-Taste gefunden zu haben. Da sind sie dann gleich, die Blues getränkten Gitarrenlicks von McErlaine beim Titelsong sowie das Hitpotential im harmoniebeseelten „Dry Your Eyes“, bei dem „Thrill Has Gone“ um die Ecke grüßt. Noch mehr auf Hit poliert ist „Detroit City“, eine an Blondie erinnernde, mit einem überschwenglichen Refrain ausgestattete Hymne, so schön und beschwingt kann Mainstream-Pop sein. Ruhig mal lauter hören, diesen Song. Doch auch leisere und verträumte Stücke wie „If This Isn’t Real“, „I Will Always“ oder „Maybe I“ funktionieren als Gegenpart zu den Midtemponummern wie „Talk About Love“, „Heart Are Made To Stray“ und „Big World“ ganz wunderbar. Und dass ein Romantiker wie Richard Hawley bei diversen Songs seine Hand im Spiel hatte, ist zum Beispiel dem Sehnsuchtspop von „Be True“ und dem mit Streichern angereicherten „I Need Time“ zum Entzücken der Hörer durchaus anzumerken. Mit „The Conversation“ ist Texas ein sehr erfreuliches und hörenswertes Comeback gelungen.

„The Conversation“ von Texas ist am 17.05.2013 bei Pias erschienen. 

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