Hank von Hell: Dead – Albumreview

Hank von Hell: Dead – Albumreview

Ein gestriges wie angenehmes neues Album von Hank von Hell

Der Master of Schweinerock sowie Miterfinder des Deathpunk – Hans Erik Dyvik Husby, aka Hank von Helvete oder eben Hank von Hell, veröffentlicht in dieser Woche sein zweites Album unter diesem Namen – physisch am 19.6., digital bereits am 15.6., seinem 48. Geburtstag. Mit Turbonegro schrieb er weltweit Rock‘n‘Roll-Geschichte und nahm die skandinavische Rock-Revolution der späten 90er vorweg. Viel ist seitdem passiert; von überstandener Drogensucht sowie Kontakten zu Scientology über das Absondern mehr als unkorrekter Sprüche und egomanischem Auftreten.

Lust zur Minimalabwechslung

Hank von Hell Dead Cover Clumbia Records

Alles Schnee von gestern bis auf letzteren Punkt, der jedoch Hand in Hand geht mit Reue und Selbstzweifeln, die man auch in den Texten von „Dead“ heraus lesen kann. Dabei geht es ruppig-rockig zur Sache, mit extremer Kaugummi-Schlagseite, sprich: Wer anno 2020 Stoff hören mag, der an die interessanteren Alben gesichtsbemalter Hardrocker von Vorgestern gemahnt, kommt an „Dead“ nicht vorbei. Je nach persönlichem Gusto mag einem da der treibende Rocker „Velvet Hell“ (mit der tief blicken lassenden Aussage „Happiness is Emptiness to me“) mehr behagen als die Hair-Metal-Hymne „Forever Animal“; der poppige, einfach gestrickte Hardrock eines „Am I Wrong“ mehr als der 80ies-Metal von „13 in 1“ – soviel Lust zur Minimalabwechslung muss schon sein, um das Album durchhören zu wollen.

Hank von Hell zwischen Kiss und Alice Cooper

Eingeklammert von einer gesprochenen Einleitung und einer ebensolchen Reprise, haut Hank beim grandiosen Opener und Titelsong schon mal raus, dass ihm sowieso nichts mehr anhaben kann – „I‘m already dead“ singt er da vor treibenden Gitarrenriffs; nicht nur da möchte man ihm verständnisvoll die Schultern tätscheln. „Danger Danger!“ danach ist der Song von Kiss, den diese niemals komponiert haben; das darauf folgende „Blackened Eyes“ könnte man auf ähnliche Weise Alice Cooper zuordnen. Sogar die „Disco“ wird bemüht – jedoch nicht so konsequent, wie Kiss dies 1979 taten. Gastauftritte von Guernica Mancini (Thundermother) sowie von zwei Sum41- Musikern runden die Scheibe ab. Ein Album, so gestrig wie angenehm, wenn man an der 50 kratzt.

„Daed“ von Hank von Hell erscheint am 19.06.2020 bei Columbia Records / Sony Music. (Beitragsfoto von Hakoon Hoseth)

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