David Bielmann: Die Leserin – Roman

David Bielmann: Die Leserin – Roman

Ein kurzer, charmanter und selbstironischer Meta-Roman des Schweizer Schriftstellers David Bielmann

Während einer Zugfahrt lernt Daniel Bühlmann, Ende dreißig, Büroangestellter einer „maroden Druckerei“, die Buchbloggerin Lisa kennen. Sie ist versunken in ihrer Lektüre, er liest aus den Augenwinkeln drei Seiten mit, bis sie ihn ertappt und auf das Heimlichlesen anspricht. Lisa fasziniert Daniel. Mit Büchern hatte er bislang nicht viel zu tun, seine Abende verbringt er vorzugsweise mit Rotweintrinken und Plattenhören. Daniel schaut sich Lisas Beiträge auf ihrem Blog „Lesen ist Leben“ an und nimmt den hergestellten Kontakt auf digitalem Weg wieder auf.

Daniels Manie für die Buchbloggerin Lisa

David Bielmann Die Leserin_

Nach dem Erhalt einer kurzen Antwort krempelt Daniel sein Leben um. Um für Lisa zu einer interessanten Person zu werden, taucht er in die Welt der Bücher ein und liest von Lisa positiv bewertete Romane. Und da Bloggerinnen auf ihrem Blog gerne auf die jeweils aktuelle Lektüre verweisen, stellt Daniel gar eine Gleichzeitigkeit des Lesens her. Daniels Manie für Lisa führt soweit, dass er seinen lang ersehnten Wunsch, selbst einen Roman zu schreiben, innerhalb kurzer Zeit realisiert, und eigentlich nur, um von ihr rezensiert zu werden. Zu seinem Leidwesen fallen Self-Publisher durch Lisas Auswahlraster, infolgedessen die Verlegerinstitution Dr. Friedrich Rosengarten Daniels Roman „Die Leserin“ begutachten darf.

David Bielmann hat einen amüsant-charmanten Roman verfasst

Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns längst auf der Meta-Ebene dieses tricky aufgebauten Romans. Denn der vom Protagonisten Daniel Bühlmann geschriebene Roman „Die Leserin“ entpuppt sich als der von uns gelesene Roman „Die Leserin“ von David Bielmann. Der Autor verwischt gekonnt die Perspektiven und das alles funktioniert genauso faszinierend wie der Berlin-Tatort „Meta“ mit Mark Waschke und Meret Becker. Ein von David Bielmann mit viel Selbstironie verfasster, doppelbödiger (Liebes-)Roman, der mit spöttelndem Humor die Verleger- und Kritikerszene betrachtet und auf nur knapp über einhundert Seiten viel Gehaltvolles preisgibt. Und das amüsant, charmant und stilistisch mit feiner Feder geschwungen.

David Bielmann: „Die Leserin“, Riverfield, Hardcover, 112 Seiten, 978-3-9524906-6-2, 16,90 Euro.      

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