Requin Chagrin: Sémaphore – Albumreview

Requin Chagrin: Sémaphore – Albumreview

Verzückende Musik von Requin Chagrin

Man muss ja gar nicht an den Stränden Kaliforniens oder an den Küsten Australiens leben, um adäquaten Surf-Pop zu komponieren. Manchmal reicht es, in Ramatuelle an der Côte d’Azur aufgewachsen und nach Paris gezogen zu sein. Diesen Weg ging vor zehn Jahren Marion Brunetto, die als Sängerin, Songwriterin, Komponistin und Musikerin unter dem Moniker Requin Chagrin Bekanntheit anstrebt. Vor vier Jahren erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum, das den Surf- und Garagen-Pop der Sixties in die Zehner-Jahre des neuen Jahrhunderts transformierte.

Die melancholische Verträumtheit von Requin Chagrin

Marion Brunetto spielt normalerweise fast alle Instrumente auf ihren Kompositionen selbst, zu ihrem zweiten Album als Requin Chagrin wählte sie die Zusammenarbeit mit Adrien Pallot, einem wichtigen Macher der neuen Welle des französischen Pop (Fauve, Moodoid, Grand Blanc). Auf Sémaphore bleibt der Brunettos Bezug zur Küste, zum Mittelmeer weiterhin erhalten, der Sound ihrer Arrangements indes ist ein vielfältigerer, offenerer und luftigerer geworden. Den flirrenden Beach-Sound flankieren Requin Chagrin mit melancholischem Indie-Dream-Pop, französischem Chanson-Pop und sanftem Synthie-Pop. Die melancholische Verträumtheit diverser Songs strahlt häufig eine getragene Erhabenheit aus, die Tracks wie den Opener „Croisades“, das schwebende „Soleil Blanc“ und das Closer „Le Grand Voyage“ veredelt.

Müßiggänger-Musik

Der Gitarren-Indie-Pop der 80er-Jahre liegt einigen Songs zu Grunde, in „Clairvoyance“ mischen sich die Unbekümmertheit und der jugendliche Übermut früher The Go-Betweens-Platten.  „Sémaphore“, der bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte Titel-Vorabtrack, vereint alle diese positiven Attribute am allerschönsten, ein Indie-Pop-Song voller Grandezza und Nonchalance, der im zarten Windhauch sämtliche Wolken vertriebt. Mit dieser Musik lässt sich nicht nur ein entspannter Nachmittag am Strand gut verbringen. Sémaphore von Requin Chagrin bietet den idealen Soundtrack für einen lässigen Müßiggang. Träumen Sie sich mal mit der Eleganz von „Mauvais Présage“, der New Wave-Anmut von „Nuit“ und der filigranen Schwermut von „Les Promesses“ in den Tag hinein. Musik, die verzückt.

„Sémaphore“ von Requin Chagrin erscheint am 25.01.2019 bei KMS Disques / A & LSO (Beitragsbild: credit F. Prioreau) .  

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