Paul Weller: True Meanings – Albumreview

Paul Weller: True Meanings – Albumreview

Folk- und Soul-Liebreiz von Paul Weller

Er sei in den letzten zehn Jahren im Einklang mit sich selbst gewesen, im Leben, sowie mit der Art, wie er Musik mache, sagt Paul Weller über sich selbst. Diese Zufriedenheit ist dem 60-Jährigen auf seinem neuen Album anzuhören. True Meanings ist das 14. Solo- und das 26. Studioalbum seiner gesamten Karriere. Wahrscheinlich auch das entspannteste und eleganteste in seiner über vierzig Jahre währenden Laufbahn, die ihn als Sänger und Songwriter von The Jam und The Style Council berühmt werden ließ. Der „Modfather“, wie er Paul Weller genannt wird, gibt sich auf True Meanings altersmilde, zurückhaltend, intim und umringt von romantischem Zauber.

Paul Wellers Singer-Songwriter-Album

Paul Weller True Meanings Cover Parlophone RecordsPaul Weller hat ein Singer-Songwriter-Album eingespielt, klassisch auf der Akustikgitarre basierend, um Streicher- und Bläserarrangements ergänzt. Es ist Wellers Eskapismus-Platte, raus aus der Stadt, rein in die Natur, und das mit ganzer Seele und voller Liebreiz. Die Sanftmut, die aus Songs wie „Glide“, „Movin On“, oder „May Love Travel With You“ strömt, ist bei einem Paul Weller ist dieser geballten Form schon sehr bemerkenswert. Denn auch sonst ist in den insgesamt vierzehn Songs keine Aufruhr zu erkennen, nur Milde, Anmut und Schönheit. Der von Conor O’Brien (Villagers) verfasste Opener „The Soul Searchers“, der Folk und Soul virtuos miteinander verknüpft, dient als wegweisender Track für das album.

Der Soul des Paul Weller

Denn der Soul beschäftigt den britischen Musiker auch im weiteren Verlauf von True Meanings. Im grazilen wie smoothigen „Mayfly“ beispielsweise. Oder im getragenen und melancholischen „What Would He Say?“. In Old Castles“ hingegen bevorzugt Weller die Nähe zum Jazz und Blues, während die von Erland Cooper (The Magnatic North) mitgeschriebenen „Bowie“, „Wishing Well“ und „White Horses“ von bedrückender Schönheit zeugen. Von elegischer Anmut erfüllt ist das mit salbungsvollen Streichern gesegnete „Gravity“, ein zweieinhalbminütiges Kleinod mit immensem Seelentrost. Paul Weller steckt mit True Meanings alles auf die Trumpfkarte Emotion und gewinnt. Ein den Geist und die Seele bereicherndes Album.

„True Meanings“ von Paul Weller ist am 14.09.2018 bei Parlophone / Warner Music erschienen (Beitragsbild: Pressefoto Warner Music).

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