Kurz und gut: Album Reviews zu Drowners, Jenny Weisgerber und Hugo Race

Kurz und gut: Album Reviews zu Drowners, Jenny Weisgerber und Hugo Race

Indie-Rock, Singer-Songwriter-Folk und Psycho-Blues-Düster-Folk

von Gérard Otremba (Beitragsfoto: Jenny Weisgerber by Arthur Brell)

In New York fand der Waliser Matthew Hitt seine musikalische Heimat, wo er im Sommer 2011 die Band Drowners gründete. Der Indie-Pop-Rock-Formation gehören neben Frontmann Hitt noch Gitarrist Jack Radley III, Bassist Erik Lee Snyder und Schlagzeuger Daniel Jacobs an. Nach einer ersten EP 2013 (Between Us Girls) folgte ein Jahr später das selbstbetitelte Debütalbum und nun ist der zweite Longplayer „On Desire“ auf dem Markt. Dort sind zehn schneidige und fesche Indie-Rock-Songs zu hören, die mit vielschichtigen Gitarren und treibenden Bass-Schlagzeug-Rhythmen für frischen Wind imDrowners_On_Desire_Artwork Indie-Genre sorgen. Songs wie „Cruel Ways“, „Human Remains“ und „Someone Else Is Getting In“ greifen in ihrer sagenhaften, eine Spur weit pathetischen Hymnenhaftigkeit nach den Sternen, eine stimmige Mischung aus New Wave und Gitarren-Pop, aus The Smiths, The Cure, Franz Ferdinand, The Strokes und The Killers. Im atemholenden „Dreams Don’t Count“ eifern sie gar melodieverliebt den Beatles nach. Die restlichen Songs von On Desire laden wieder zum Tanz ein. Sehr launig, diese Platte.

„On Desire“ von Drowners ist am 24.06.2016 bei Frenchkiss Records / The Orchard erschienen.

Cruel Ways von Drowners auf tape.tv.

 

Jenny Weisgerber: Ashes To Stardust

Auf die Spuren der großartigen Joni Mitchell begibt sich die in Berlin lebende Songwriterin Jenny Weisgerber. Ashes To Stardust ist nach When Worlds Collide auch für sie die zweite Album-Veröffentlichung. Die 14 neuen Songs schrieb Jenny Weisgerber zumeist auf Reisen, in Europa, den USA und Asien. Die fragilen und sparsam instrumentierten Lieder basieren auf Weisgerbers außerordentlich ergreifender Stimme und ihrem zarten Gitarrenspiel. Piano, Violine, Cello, Rhodes und der dezente Einsatz von Trompete, Keyboard, Bass und Schlagzeug eröffnen weitere Klangwelten, die jedoch immer im JENNYWEISGERBER_Covermelancholischen Kontext der Texte arrangiert sind. Es sind zutiefst berührende Songs, die Jenny Weisgerber komponiert hat und aus der Vielzahl wunderschöner Stücke ragen der Titeltrack „Ashes To Stardust“ (eins der besten Joni Mitchell-Songs, den Joni Mitchell nie schrieb), „Chelsea Hotel“, „It’ll Pass“, „Lydia“ „What Is This Love?“ und „Going Where The Light Is“ heraus. Ein wirklich ganz wunderbares Singer-Songwriter-Album zum ist Ashes To Stardust geworden.

„Ashes To Stardust“ ist am 03.06.2016 bei RecordJET / Soulfood erschienen.

 

Hugo Race Fatalists: 24 Hours To Nowhere

Der australische Musiker Hugo Race war Anfang der 80er Gründungsmitglied von Nick Caves Begleitband, der Bad Seeds, bevor er sehr bald in Eigenregie weitermachte. Ein Jahr hat er für das Schreiben der Songs seines neuen Albums 24 Hours To Nowhere benötigt, eine Woche mit den Fatalists für die Aufnahme desselbigen. Die Verbundenheit mit der dunklen Seite des Lebens teilt Hugo Race mit Nick Cave und Leonard Cohen, die zehn Songs auf 24 Hours To Nowhere bestechen durch eine unbarmherzige, sich tief in die Seele nagende, mysteriöse, teils Angst machende Atmosphäre. kHugo Race coverPsycho-Blues und Düster-Folk bestimmen die musikalische Landschaft und vermitteln eine sinister-morbide Stimmung. In Angie Hart, Sängerin der australischen Band Frente, findet Hugo Race, für den Titeltrack sowie „Lost In The Material World“ eine kongeniale stimmliche Begleitung, die sofort an Nick Cave und Kylie Minogue oder Lee Hazlewood und Nancy Sinatra erinnert. Das fast durchgängig balladeske Album endet mit einer genuinen Coverversion der The Byrds-Nummer „Ballad Of Easy Rider“. 24 Hours To Nowhere hinterlässt Narben. Eindrucksvoll.

„24 Hours To Nowhere“ ist am 27.05.2016 bei Glitterhouse / Indigo erschienen.

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