Manic Street Preachers: Everything Must Go – Album Review

Manic Street Preachers: Everything Must Go – Album Review

Das großartige Album Everything Must Go glänzt auch nach 20 Jahren in der Remastered-Version   

von Gérard Otremba

Es war das Jahr eins nach dem Verschwinden von Richey James Edwards. Der Gitarrist, Texter und Designer war das Sprachrohr der Manic Street Preachers und prägend für das Image der Band aus Blackwood, Wales. Der Exzentriker und Revoluzzer Edwards ließ sich seit dem 1. Februar 1995 nicht mehr blicken, die verbliebenen Bandmitglieder James Dean Bradfield (Gesang, Gitarre), Nicky Wire (Bass) und Sean Moore (Schlagzeug) zogen sich zurück, überlegten, die Band ganz aufzulösen, besannen sich eines Besseren und kehrten im Mai 1996 mit Everything Must Go zurück.

Das Album verhalf den Manics zum Durchbruch. Das Trio vertonte zwar noch Texte von Richey James Edwards, erwähnte das verlorene Mitglied sonst aber nicht. Mit der ersten Single, „A Design Of Life“, gelang dem Trio eine melancholische wie pompöse Hymne auf die Arbeiterklasse, überhaupt tummeln sich auf Everything Must Go großspurige Songs, die den Punk, den Rock und den Brit-Pop vereinen. Die Stücke sind zwar überaus pathetisch veranlagt, jedoch versehen mit den schönsten vorstellbaren Pop-Melodien. Man denke nur an den Streicher-Aplomb im Titeltrack „Everything Must Go“ und bei „A Design Of Life“, an die überbordende Dynamik in „Enola/Alone“, an die Trompete in „Kevin Carter“, an die herzallerliebste Harfe in „Small Black Flowers That Grow In The Sand“, an den himmlischen Abschlusstrack „No Surface All Feeling, oder an den Furor, den Songs wie „The Girl Who Wanted To Be God“, „Australia“ und Interiors (Song For Willem De Kooning)“ verbreiten.

Everything Must Go hat den Langzeittest definitiv bestanden, krönt die Karriere der Manic Street Preachers und ist nun in digital optimierter Fassung ohne Bonustitel  erschienen. Allerdings enthält das Album eine zweite CD mit einem Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1997 in Manchester, das es mit seinen 20 Songs wirklich in sich hat und ein schönes Bonmot für alle Käufer darstellt. Zudem gibt es die 20th Anniversay Edition von Everything Must Go noch in der opulenten Ausstattung mit zwei CDs (B-Sides, Remix-Versionen), zwei DVDs und der LP.

„Everything Must Go“ – Remastered Version von Manic Street Preachers ist am 20.05.2016 bei Columbia Records / Sony Music erschienen.

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