The Wallflowers: Exit Wounds – Albumreview

The Wallflowers: Exit Wounds – Albumreview

Wunderbarer Americana-Rock von Jakob Dylans Band The Wallflowers

Schon zwischen „Rebel, Sweetheart“ und dem an dieser Stelle besprochenen „Glad All Over“ lagen geschlagene sieben Jahre. Okay, dazwischen brachte Jakob Dylan mit „Seeing Things“ sowie „Woman + Country“ zwei Solo-Alben heraus, diesmal war er mit der Arbeit am 2018 veröffentlichte Film „Echo In The Canyon“ beschäftigt, einer Dokumentation über das als Laurel Canyon berühmt gewordene Teil Los Angeles, in den Spät-Sechzigern und Früh-Siebzigern Hochburg einer hippieesken Songwriterszene um Joni Mitchell, für das er u.a. auch den 2017 verstorbenen Tom Petty interviewte. „Glad All Over“ erschien 2012 und nach neun Jahren Pause kann man getrost von einem Comeback sprechen. Für Sänger, Gitarrist und Songwriter Jakob Dylan waren die Wallflowers nie eine Band mit festen Mitgliedern, so dass eine komplette Umbesetzung für „Exit Wounds“ nicht verwundert, der Trademark aber unverkennbar leuchtet.

Die „Exit Wounds“ bei Veränderungen

The Wallflowers Exit Wounds Cover New West Records

Auf den zehn neuen Songs des von Butch Walker (Taylor Swift, Weezer) produzierten und Chris Dugan (Green Day) abgemischten Longplayer beschäftigt sich Dylan mit den Wunden, die Veränderungen und Entwicklungen mit sich bringen. „Ich denke, dass jeder – egal auf welcher Seite des Ganges man steht – wo auch immer wir als Nächstes hingehen, wir nehmen alle eine Menge „Austrittswunden“ mit. Niemand ist mehr derselbe wie vor vier Jahren. Das ist es, was „Exit Wounds“ für mich bedeutet. Und das ist überhaupt nicht negativ gemeint. Es bedeutet nur, dass man, wohin man auch geht, selbst wenn es ein besserer Ort ist, Menschen und Dinge zurücklässt, und man denkt an diese Menschen und diese Dinge und trägt sie mit sich. Das sind deine Austrittswunden. Und im Moment schwimmen wir in ihnen“, sagt der Musiker über den textlichen Ansatz des neuen Wallflowers-Albums.

The Wallflowers im Americana-Midtempo

Mit seinen Mitmusikern präsentiert uns Dylan einen spielfreudigen und tadellosen Rock mit Country- und Roots-Anleihen, also mehr Americana als Stadion-Rock, wie noch  bei „Glad All Over“ durchaus häufiger erhört. Kollegin Shelby Lynn beteiligte sich an insgesamt vier Songs, als Duett in schmachtenden „Darlin‘ Hold On“ und als Begleitstimme im Fleetwood-Mac-artigen „Move The River“ sowie den schönen Balladen „I’ll Let You Down But I Will Not Give You Up“ und „Maybe Your Heart’s Not In It Anymore“. In „Who’s That Man Walking Round My Garden erreicht der Wallflowers-Rock mal ausgelassene Rolling-Stones-Ausmaße, bleibt ansonsten indes wie beim von Sounds & Books zum Song des Tages gekürten „Roots And Wings“ oder dem strahlenden „I Hear The Ocean When I Wanna Hear Trains“ im Midtempo-Bereich. Wundervolle und exquisite Musik.

„Exit Wounds“ von The Wallflowers erscheint am 09.07.2021 bei New West Records / Rough Trade. (Beitragsbild von Yasmin Than)

Erhältlich bei unserem Partner:          

Banner, 468 x 60, mit Claim
Unterstützen Sie Sounds & Books

Auch hinter einem Online-Magazin steckt journalistische Arbeit. Diese bieten wir bei Sounds & Books nach wie vor kostenfrei an.
Um den Zustand zukünftig ebenfalls gewährleisten zu können, bitten wir unsere Leserinnen und Leser um finanzielle Unterstützung.

Wenn Sie unsere Artikel gerne lesen, würden wir uns über einen regelmäßigen Beitrag sehr freuen.

Spenden Sie direkt über PayPal oder via Überweisung.

Herzlichen Dank!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Kommentar schreiben